Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg dürfte die Reise zum fälligen Auswärtsspiel beim ZFC Meuselwitz (Sonntag, 13.30 Uhr) mit einem mulmigen Gefühl im Bauch antreten. In der Zipsendorfer "bluechip"-Arena gingen die Elbestädter nämlich bislang jedes Mal leer aus.
Magdeburg. Dreimal mussten die Blau-Weißen in den vergangenen sechs Jahren nach Meuselwitz – dreimal gab‘s was auf die Mütze. Am 4. Mai 2005 hieß es 0:1, am 23. April 2006 1:2, am 6. Dezember 2009 wiederum 0:1. Und morgen? Vielleicht ist es ja ein gutes Omen, dass der Club in dieser Saison zumindest die Negativserie gegen den "Angstgegner" in Heimspielen beenden konnte. Das 2:0 am 17. Oktober vergangenen Jahres war der erste Dreier überhaupt (zuvor drei Remis).

Zu dem Zeitpunkt reisten die von Ex-FCM-Kicker Damian Halata trainierte Zipsendorfer quasi mit dem letzten Aufgebot an. Mittlerweile aber haben sie sich Luft im Abstiegskampf verschafft, fand auch Stürmer Sebastian Gasch (inzwischen 9 Saisontore) zu alter Stärke zurück.

Der neue FCM-Coach Wolfgang Sandhowe erwartet wie schon in den zurückliegenden Partien "erneut ein ganz enges Spiel". Und weiter: "Auch diesmal sollte zunächst hinten die Null stehen. Ich weiß, dass das nicht immer attraktiv ist, aber in unserer Situation geht es vor allem darum, zu punkten."

Dabei muss der FCM weiterhin ohne seinen Kapitän auskommen. Allerdings kann Daniel Bauer (Knorpelabriss im Rippenbereich) nach Auskunft der Ärzte vermutlich Mitte nächster Woche wieder ins Training einsteigen. Auch Maik Georgi, Kosta Rodrigues und Tobias Friebertshäuser fallen weiter verletzt aus. Doch Sandhowe ist bekannt dafür, dass er personelle Probleme nicht als Ausrede gelten lässt, sondern von der zweiten Reihe fordert, dass sie in die Bresche springt.

Wer das im Einzelnen sein wird, darüber hüllte sich der 57-Jährige gestern in Schweigen. Er kündigte lediglich an, dass auch morgen wieder zwei Spitzen aufgeboten werden, von denen eine Denis Wolf heißen wird. Der 28-Jährige, der die interne Torschützenliste (6) anführt und im Hinspiel beide Treffer erzielte, ließ zuletzt klar ansteigende Form erkennen. Was auch Sandhowe mit Freude registrierte: "Ein Beleg dafür, dass er die Zeichen der Zeit erkannt hat."

Probleme gibt es dagegen mit Neuzugang Shergo Biran, dem einstigen Hoffnungsträger, der aber auch nach sechs Pflichtspielen immer noch auf sein erstes Tor wartet. Gut möglich, dass Marko Verkic deshalb (wieder) den Vorzug erhält. Sandhowe wollte die Ladehemmung Birans im Übrigen nicht näher kommentieren und wich diplomatisch aus: "Torwart und Stürmer sind die sensibelsten Positionen in einer Mannschaft ..."