Das Ordnungsamt hat gemeinsam mit einer seit 2010 existierenden Arbeitsgruppe der Stadt eine Liste zu problembehafteten Jugendtreffpunkten zusammengestellt. Darauf aufbauend will die Stadt mit einem möglichst breiten Spektrum an Maßnahmen eventuell davon ausgehende Störungen erkennen und eindämmen. Eine erste große Auswertung soll es am Donnerstag im Jugendhilfeausschuss geben.

Magdeburg. Rund 40 mehr oder weniger feste große Jugendtreffs gibt es zurzeit in der Stadt. 34 sind gegenwärtig in einer Liste des Ordnungsamtes (nebenstehende Grafik) festgehalten. Diese werde ständig aktualisiert und nehme in den Sommermonaten ganz andere Dimensionen an als im Winter.

"Platzverweise und andere Maßnahmen von Polizei und Ordnungsamt reichen oftmals nicht aus. Probleme werden durch solche Maßnahmen unter Umständen nur an eine andere Stellen verlagert oder verschärft", erklärt Ordnungsamtsleiter Volkmar Emcke. Die Stadt müsse sich deshalb der Problemlösung generell stellen. Aus diesem Grund hat sich im vergangenen Jahr eine Arbeitsgruppe mit dem recht steifen Namen "Gebrauch und Gestaltung öffentlicher Räume" gegründet. Sie soll unter anderem auch verschiedene Interessenvertretungen wie das Jugendforum, den Stadtschülerrat, die Gemeinwesenarbeitsgruppen, Bürgervereine und Jugendeinrichtungen und die Hochschule Magdeburg-Stendal einbeziehen. Die Stadt beteiligt sich außerdem an einem Forschungsprojekt der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, bei dem der Magdeburger Kriminalpräventive Beirat und die neue Arbeitsgruppe von besonderem Interesse sind.

Ziel der Stadt sei es, mit verschiedenen Angeboten die Jugendlichen auf unproblematische Plätze zu leiten und dort mit einfachen Mitteln wie Papierkörben oder Baumstämmen als Sitzgruppen zu unterstützen. Als positives Beispiel nennt Ordnungsbeigeordneter Holger Platz in seinem Sachstandsbericht die Jugendgruppe der ehemaligen Friedrich-Naumann-Schule in Stadtfeld. Der Spielplatz des Hortes diente als Treff. Der Spielplatz war stets mit Glasscherben und Müll verunreinigt. Innerhalb von drei Wochen wurde mit sehr geringem Aufwand ein Angebot für die Jugendlichen mit 5 Baumscheiben gemacht. Ein aufgesägter Baumstamm und drei größere Baumscheiben als Tische sowie ein Papierkorb wurden aufgestellt. Seitdem herrscht auf dem Spielplatz Ordnung und Sauberkeit. Ähnlich positive Beispiele gebe es auch in der Beimssiedlung.

Neben der Stadtpark-Gruppe, die in den Sommermonaten auf mehr als 100 Jugendliche (aus allen Stadtteilen) anwächst, gehören auch die drei Gothik-Gruppen aus dem Domviertel (Möllenvogteigarten) sowie eine vierte Gruppe mit unterschiedlicher Zusammensetzung im Bereich des Klosterhofes dazu. Von dieser gingen in den Wintermonaten die massivsten Störungen und Sachbeschädigungen aus.

Bei dem zu beschließenden Maßnahmepaket sei zu beachten, dass es die Ausstattung der Treffs nicht zum Nulltarif gibt: Vier 110-Liter-Abfallbehälter mit Kippenaufnahme im Möllenvogteigarten kosten zum Beispiel insgesamt 2000 Euro. Eine stabile Jugendbank schlägt im Anschaffungspreis allein mit 600 Euro zu Buche.