Die Negativserie von Meuselwitz beim 1:1 gestoppt, einen weiteren wertvollen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt geholt, Selbstvertrauen fürs Landesderby gegen den HFC (17. April, 13.30 Uhr, MDCC-Arena) getankt und trotzdem seit Sonntag tiefer in den Abstiegsstrudel geraten – all das unterstreicht die prekäre und paradoxe Lage, in der sich Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg momentan befindet.

Magdeburg. Ein FCM-Kicker war in den vergangenen sechs Jahren bei allen Auftritten in der bluechip-Arena dabei – Stephan Neumann. Kein Wunder, dass der Vize-Kapitän nach zuvor drei erlittenen Niederlagen nun erleichtert feststellte: "Wir haben nicht verloren – eine ganz neue und ungewohnte, aber natürlich schöne Erfahrung."

Mit einem mulmigen Gefühl sei er ohnehin nicht angereist: "Es war klar, dass es hier wieder hoch hergeht. Aber wir wollten etwas mitnehmen. Das ist uns gelungen, wenngleich auch ein Dreier möglich war. Aber wie sagt man doch so schön: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen." Und weiter: "Das Remis stand in der Schlussphase ziemlich auf der Kippe, weil wir uns zu weit haben zurückfallen lassen."

Die Hektik mit insgesamt acht Gelben und einer fragwürdigen Gelb-Roten Karte (für Marko Verkic nach massiven Protesten seitens der Meuselwitzer Spieler) führte Neumann auch auf den Unparteiischen zurück: "Man muss klar sagen: Der Schiri hatte die Partie nicht im Griff." Letztlich aber überwog die Freude, die schwarze Serie gestoppt zu haben.

Das Problem: Trotz der engagierten Vorstellung gegen die "Heißsporne" des ZFC ist der Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang von fünf auf drei Zähler zusammengeschmolzen, weil der TSV Havelse das Kellerduell gegen Eintracht Braunschweig II mit 1:0 gewann.

Der Club muss also dringend weiter punkten. Doch ausgerechnet jetzt wartet der HFC. Für Neumann jedoch kein Problem: "Wir haben schon bei der Pokalniederlage in Halle eine gute Leistung gezeigt, jetzt noch eine Rechnung offen und zudem in Meuselwitz weiteres Selbstvertrauen getankt. Ich bin fest davon überzeugt, dass alle richtig heiß sind und wir mit der nötigen Unterstützung der Zuschauer eine reelle Siegchance besitzen."

Gleichwohl ist sich der 30-Jährige darüber im Klaren, dass es bis zum Schluss eng bleiben wird. Zwar hatte der Verein andere, weitaus höhere Ziele, doch die Realität sieht auch in dieser Saison ganz anders aus. Deswegen warnte Neumann eindringlich "vor Träumereien oder irgendwelchen Zwei-Jahres-Plänen", sondern forderte alle Betei-ligten auf, erst einmal kleine Brötchen zu backen und die Hausaufgaben zu machen.

Und der Linksverteidiger kritisierte einmal mehr die Club-Führung wegen der ungeklärten Vertragssituation: "Ich weiß, dass das vielen Spielern, speziell den jüngeren, bitter aufstößt. Sie wissen nicht, ob man weiter mit ihnen plant. Gerade im Abstiegskampf kann aber so etwas für einen zusätzlichen Motivationsschub sorgen."

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