Magdeburg. Die Sanierung des letzten unrenovierten Wohnhauses in der Hegelstraße wird voraussichtlich noch in diesem Jahr starten. Die Hälfte der acht 127 bis 160 Quadratmeter großen Eigentumswohnungen im "Augusta-Palais" genannten Gründerzeithaus an der Liebig-straße 10/ Ecke Hegelstraße sei bereits reserviert, teilte Oliver Tschirn, Niederlassungsleiter des Immobilienunternehmens Strategis AG, auf Volksstimme-Anfrage mit.

"Wenn alle Wohnungen verkauft sind, wollen wir noch in diesem Jahr mit der Fassadengestaltung beginnen und den Winter über den Innenausbau umsetzen", so Tschirn. Weit mehr als 1,5 Millionen Euro sollen in die Sanierung des 1889 gebauten Gebäudes fließen. Der Prachtbau wurde zuletzt 1950 erneuert, und es ist noch bemerkenswert viel von der originalen Altbausubstanz erhalten.

Handgemalte Fresken im Treppenhaus, Stuck an den Decken, original Kassettenparkett, massive Eichenholztüren mit Malzbieranstrich, Fensterscheiben, Türklinken und Lichtschalter – große Teile des Hauses sind bereits 122 Jahre alt, bis hin zu einem mit Eisblöcken betriebenen alten Kühlschrank. Doch der Zahn der Zeit hat seine Spuren hinterlassen. Nur noch ein Mieter wohnt in der Hausnummer 10, das Dach ist undicht, manche Räume einsturzgefährdet. Oliver Tschirn sieht daher dringenden Sanierungsbedarf für das denkmalgeschützte Haus. Die originale Inneneinrichtung soll dabei so weit wie möglich restauriert und neu aufgearbeitet werden. Gleichzeitig wird das Haus mit Leitungen, Dämmung, Heizung und Technik auf den Stand des 21. Jahrhunderts gebracht. Neue Balkons werden ebenso angebaut wie ein Aufzug.

Und auch die Gewerberäumlichkeiten an der Hegelstraße, in denen sich zu DDR-Zeiten ein Pfandleihhaus befand, sollen saniert und wieder als Geschäftsräume genutzt werden.Noch verdeckt ein großes Werbebanner Teile der Hausfassade, doch 2012 soll das nach dem alten Namen der Hegelstraße benannte "Augusta-Palais" fertig sein. Dann erstrahlt auch Magdeburgs Prachtmeile komplett in neuem alten Glanz.

 

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