Endgültiger verkehrlicher Durchbruch am Magdeburger-Ring-Kreuz Brenneckestraße: Mit der gestern Mittag freigegebenen dritten Rampe funktioniert hier erstmals auch eine Auffahrt. Sie führt nach Norden, hat knapp 600 000 Euro gekostet. Für die noch fehlende vierte Rampe soll im Juni/Juli Baustart sein.

Leipziger Straße. Wetterpech in Serie: Den bereits vom Extrem-Winter gebeutelten Bauleuten der Firma Werner Bau machte gestern Vormittag eine heftige April-Windböe arg zu schaffen. Die volle Breitseite erwischte das zur feierlichen Eröffnung der Nordostrampe aufgebaute Festzelt und riss es aus der Verankerung – Totalausfall. Ein Provisorium unter der Brücke schuf doch noch Abhilfe.

Aus einem anderen Grund herrschte gestern Mittag Hochstimmung an der Brenneckestraße: Nach gut 20 Jahren ist mit der dritten neugebauten Rampe diese Drehscheibe im südlichen Ring-Bereich fast komplett. Gegen 13.20 Uhr hatten Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD), Landesverkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) und Baudezernent Dieter Scheidemann mit symbolischem Scherenschnitt die 453 Meter lange und sechs Meter breite Auffahrt in Richtung Norden freigegeben. Kurze Zeit später rollten die ersten Autos über die neue Rampe. Die neugebauten Ampeln waren in Betrieb.

"Damit ist der südliche Teil der Landeshauptstadt noch besser an das überregionale Straßennetz angebunden", sagte Karl-Heinz Daehre. Besonders die Reduzierung des Schwerlastverkehrs auf den innerstädtischen Straßen bringe so eine Entlastung für Anwohner. Nach Auskunft des Ministers hat das Land mehr als 450 000 Euro an den Gesamtkosten beigesteuert.

Lutz Trümper sagte, dass mit dem Ausbau der Rampen auch die Anbindung des Uni-Klinikums sowohl für das Personal als auch für die Patienten der von landesweiter Ausstrahlung geprägten medizinischen Einrichtung verbessert wird. Die Halberstädter und die Leipziger Straße würden schrittweise vom Durchgangsverkehr entlastet, fügte er hinzu.

Anwesende Bürger äußerten sich zufrieden: Die Kleingärtner hätten lange gewartet, sagte Wolfgang Germer von der nebenan befindlichen Anlage. Davon würden viele profitieren. Der Ring sei ohnehin Gold wert, meinte er. Gerd Barfuß bestätigte: Auch wenn er wisse, dass mancher Anwohner der Brenneckestraße den stärkeren Verkehr mit gemischten Gefühlen betrachte – die neue Rampe nach Norden bringe insgesamt für alle Vorteile. Ihm selbst erspare sie Umwege, erklärte der Bewohner von Alt Reform. Jetzt hofft er, dass die letzte Auffahrt schnell auch noch gebaut wird.

Dazu Tiefbauamtsleiter Thorsten Gebhardt auf Volksstimme-Nachfrage: Im Juni, spätestens Juli werde der direkte Bau der Süd-West-Rampe gestartet. Ein Fördermittelbescheid des Landes liege bereits vor. Voraussichtlich noch in diesem Jahr, so Gebhardt, soll die Ringauffahrt in Richtung Süden fertig sein. Das Wetter könne allerdings einen Strich durch die Terminrechnung machen, hieß es.

 

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