Cracau. Leser Werner Gliwa ist wütend auf die Metalldiebe, die in der Nacht zum Mittwoch 765 Meter Stahlseile an der Fußgängerbrücke am Cracauer Wasserfall demontiert haben, denn ohne die zur Absturzsicherung dienenden Seile sah sich das Tiefbauamt gezwungen, die Brücke auf unbestimmte Zeit zu sperren.

"Wir wie auch viele Schüler oder Leute, die zur Arbeit wollen, nutzen diese Brücke. Immer wieder liest man von Kupfer- und anderen Metalldieben. Da müsste es doch möglich sein, die Schrotthändler zu verpflichten, Name und Adresse von Verdächtigen zu notieren, um diese Kriminellen zu ermitteln", findet Werner Gliwa. Obwohl das Ministerium des Innern Sachsen-Anhalt bereits im August 2008 beim zuständigen Ministerium für Arbeit und Wirtschaft eine Buchhaltungspflicht für Ankäufer von Metall anregte, gibt es diese Pflicht bisher nicht. Ein Großteil der Händler mache sich jedoch Notizen, um Kriminellen nicht auf den Leim zu gehen, weiß Polizeisprecher Stefan Brodtrück. "Wir arbeiten eng mit den Altmetallhändlern zusammen", sagt er. Mehrfach konnte die Polizei Buntmetalldieben so auf die Spur kommen.

Eine gute Nachricht für alle Brückennutzer hat Stadtsprecherin Cornelia Poenicke: "Das Tiefbauamt arbeitet mit Hochdruck an einer provisorischen Lösung. Eventuell ist die Brücke bereits zu Ostern wieder geöffnet", macht sie Hoffnung. Wie dann die Sicherung aussehen wird, sei aber noch nicht klar. Außerdem werde eine langfristige Lösung benötigt, die weitere Vandalismus-Akte verhindere.

 

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