Die Magdeburger leben gern in ihrer Heimatstadt. Auch mit den Einkaufsmöglichkeiten sind sie zufrieden. Sicher fühlt sich hier jedoch nur knapp ein Drittel der Elbestädter. Das sind einige Ergebnisse einer nun vorgestellten Sozialstudie der Stadtverwaltung. Sie soll wertvolle Hinweise für die kommunalpolitische Arbeit liefern.

Magdeburg. Im Auftrag der Stadtverwaltung befragte ein Leipziger Meinungsforschungsinstitut von Dezember 2009 bis zum Frühjahr 2010 2570 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Magdeburger per Brief und über das Internet. Die Befragten machten dabei umfassende Angaben zu ihrer allgemeinen Lebenssituation, zu Erwerbstätigkeit und Einkommen und zu ihrer Wohnsituation.

"Wir halten nun umfangreiches und breit gefächertes Material in den Händen, das in die Arbeit der Stadtverwaltung einfließt. Auch die Fraktionen wollen Probleme und Themen daraus ableiten, und die GWAs erhalten Leseexemplare", sagt Ingo Gottschalk, Leiter der Stabsstelle für Jugendhilfe-, Sozial- und Gesundheitsplanung über die 34000 Euro teure und mehr als 200 Seiten starke Studie. Die Angaben der Magdeburger als Informationsgrundlage sollen der Stadtverwaltung helfen, noch gezielter soziale Dienstleistungen und Hilfen zu organisieren. Auf Basis der erhobenen Daten können zum Beispiel Rückschlüsse zur demografischen Entwicklung, zur Infrastrukturversorgung und zu den konkreten Lebenslagen der Einwohner in den Stadtteilen gezogen werden.

Einige Ergebnisse der Studie:

- 44 Prozent der Magdeburgerinnen und Magdeburger leben "sehr gern" in der Ottostadt, 36 Prozent wohnen "gern" hier. Mit diesen Werten liegt die Zufriedenheit mit dem Wohnen in Magdeburg auf einem ähnlich hohen Niveau wie in anderen deutschen Städten.

- 90 Prozent der Befragten sind zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Angebot an existenziellen Versorgungseinrichtungen wie beispielsweise Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel, Ärzten und Apotheken. Ältere Menschen sind mit der Erreichbarkeit von Lebensmittelgeschäften weniger glücklich, die ärztliche Versorgung sehen viele von ihnen dagegen positiv. Durchweg als zu gering bemängelt wird das vorhandene Angebot an Postdienstleistungen.

- Obwohl die Polizei 2010 in Magdeburg die niedrigste Kriminalitätsrate seit zehn Jahren verzeichnen konnte, ist das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger immer noch vergleichsweise gering. Nur 37 Prozent der Befragten sind mit der öffentlichen Sicherheit in Magdeburg "zufrieden" oder "sehr zufrieden". Während sich jüngere Befragte eher sicher fühlen, steigt das Unsicherheitsgefühl mit dem Alter an.

- 19 Prozent der Magdeburger leben in relativer Armut. Dazu zählen neben den Empfängern von ALG II und weiteren Sozialleistungen auch Beschäftigte und Rentner, deren monatliche Einkünfte unterhalb der Mindesteinkommensgrenze liegen.

Die ganze Studie im Internet:

www.magdeburg.de/media/custom/698_11628_1.PDF

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