Verlieren verboten! Weder Regionalliga-Tabellenführer Chemnitzer FC noch der 14. des Klassements, der 1. FC Magdeburg, darf das Duell am Ostersonntag (13.30 Uhr, Stadion an der Gellertstraße) ohne Punkte beenden. Die Sachsen, weil ihnen Verfolger Wolfsburg gefährlich nahe käme, der FCM, weil die auf Abstiegsplätzen liegenden Braunschweig und Havelse nur auf eine Niederlage der Blau-Weißen warten.

Magdeburg. "Elf Hasen sollt ihr sein" – noch immer geistert das Motto der Langohr-Puppen in Blau-Weiß im Magdeburger City-Carré durch Raum und Zeit. Angsthasen-Fußball demonstrierte der FCM erst am vergangenen Sonntag vor fast 10 000 Fans in der MDCC-Arena eine Halbzeit lang. Übervorsichtig, zeitweise sogar ängstlich, gelang es dem Team von Trainer Wolfgang Sandhowe gegen den HFC (1:3) nicht, die zuletzt demonstrierte relative Stabilität in die Abwehr zu bekommen.

Und nun der Chemnitzer FC: Spitzenreiter, erster Aufstiegsanwärter und mit nur noch vier Zählern Vorsprung vor Verfolger VfL Wolfsburg II zum Siegen verdammt. Auch wenn es kein FCM-Kicker gern zugibt, sitzt zudem noch die historische 1:6-Schlappe aus dem Hinspiel – die höchste Heimniederlage in 46 Jahren FCM – in den Köpfen …

Von einem Treffen David gegen Goliath spricht Stephan Neumann, der während dessen Verletzungspause von Daniel Bauer die Kapitänsbinde übernommen hat. Der 30-Jährige hatte wegen einer Verletzung das Hinspiel aus erhöhter Perspektive von der Tribüne aus verfolgt und erinnert sich: "Wir sind damals ins offene Messer gerannt. Morgen wollen wir erst einmal defensiv stehen und engagiert zu Werke gehen. Ein Punkt wäre schön."

Auch Angreifer Denis Wolf fordert: "Wir müssen uns auf die Abwehrarbeit konzentrieren. Die ersten beiden Tore des HFC waren viel zu einfach. Das darf nicht wieder passieren. Chemnitz wird versuchen, viel über die Außen zu kommen. Wir dürfen keine Flanken zulassen." Auch Wolf erachtet eine "kompakte Abwehr" als richtig und meint: "Wir werden nicht den Fehler machen und voll offensiv spielen, so dass uns Chemnitz auskontern kann." Immerhin habe sein Team "vor dem HFC-Spiel mehrmals hinten zu null" gespielt. "Jeder muss mit verteidigen, auch die Stürmer", sagt Marvin Wijks. "Alles andere als eine sichere Abwehr würde Chemnitz gnadenlos ausnutzen."

Und auch FCM-Trainer Sandhowe macht ein achtbares Abschneiden in Chemnitz davon abhängig, "dass wir dem CFC nicht so viele Freiheiten lassen dürfen wie im Hinspiel". Der 57-Jährige, der gestern und heute je eine Trainingseinheit angesetzt hatte, fordert von seiner Elf: "Es kommt darauf an, dass wir hinten stabil stehen und ein aggressives Abwehrverhalten an den Tag legen."

Ein munteres Spiel ist zu erwarten, denn eine Punkteteilung käme für die Gastgeber einer gefühlten Niederlage gleich.