Während bereits 228 sogenannter Depotcontainer von den Stellplätzen verschwunden sind, weil die Wertstofftonnenumstellung in einigen Stadtteilen abgeschlossen ist, hat die Stadt weiter ein Müllproblem. Viele nutzten die Plätze weiter als illegale Deponie. Einige "Mülltouristen" scheren sich nicht um die eingezogenen Container und stellen ihren Müll trotzdem auf den Flächen ab. Der Stadtordnungsdienst plant nach Ostern Sondereinsätze.

Magdeburg. Der Städtische Abfallwirtschaftsbetrieb hat jetzt Alarm geschlagen und dem Stadtordnungsdienst eine Liste mit den Containerplätzen zusammengestellt, die häufig gesondert gereinigt werden müssen. Der Grund: Mülltouristen aus dem Umland oder unbelehrbare Anwohner kippen ungeachtet drohender Bußgelder illegal ihren Müll an den Containerplätzen ab. Hinzu kommt, dass mit dem Abzug der Depotcontainer wegen der Umstellung der Wertstoffentsorgung die ehemaligen Plätze (dort steht jetzt oft nur noch ein Glasentsorgungscontainer) weiterhin illegal zur Entsorgung genutzt werden. Der Städtische Abfallwirtschaftsbetrieb ist an diesen Stellen permanent im Sondereinsatz, um den Müll wegzuschaffen.

Der Stadtordnungsdienst will jetzt verstärkt eingreifen und rigoros gegen Ordnungssünder durchgreifen. Und Ordnungsamtsleiter Volkmar Emcke will beim Verhängen von Strafen nicht zimperlich sein. "Es muss weh tun", sagt er.

Gerade jetzt in der Übergangszeit, wenn die Depotcontainer abgezogen werden, habe der Stadtordnungsdienst verstärkt illegal abgestellten Müll an den Plätzen festgestellt, erklärt er.

Das Problem sei nur die sehr personalintensive Kontrolle der Containerstellplätze. "Wir haben zum Beispiel kürzlich verstärkt einen Containerplatz nach Wegnahme des Depotbehälters in der Breitscheidstraße kontrolliert und kaum Verursacher ausfindig machen können", erklärt Thomas Schreyer vom Stadtordnungsdienst. In einigen Fällen konnte man den Verursacher auch aufgrund des Inhaltes der Müllbeutel ermitteln.

Ansonsten sei es sehr schwierig Müllsünder ausfindig zu machen, erklärt er. Unter den "üblichen Verdächtigen" befänden sich oftmals neben den Mülltouristen aus dem Umland auch Firmen, die auf dem schnellen Weg Abfälle entsorgen und sich das Geld und die Zeit für die Deponie sparen wollen. Unter den Umweltsündern seien aber auch Anwohner und im Frühling auch Kleingärtner. Da habe Schreyer verstärkt Probleme an den Stellplätzen in der Nähe von Gartensparten festgestellt. "Wir sind da aber auch schon in konstruktiven Gesprächen mit dem Verband der Gartenfreunde", ergänzt Volkmar Emcke.

Ingo Geschke, verantwortlicher Sachgebietsleiter für Abfallentsorgung im Städtischen Abfallwirtschaftsbetrieb, erarbeitet die Liste der betroffenen Containerplätze, die regelmäßig von seinen Kollegen gesäubert werden müssen, während er nacheinander die Depotcontainer abzieht. Ein Problem sei es, dass viele Anwohner das Bestellen ihrer Tonnen verschlafen haben und erst mit dem Abzug des Depotcontainers aufgewacht sind. "Da mussten wir noch zahlreiche Tonnen nachliefern", erklärt er.

Inzwischen ist die Stufe II der Umstellung fast abgeschlossen und 228 Depotcontainer fehlen dann im Stadtbild.

In der dritten und letzten Phase, die jetzt beginnt und im März 2012 abgeschlossen sein soll, werden alle 515 Wertstoff- und Papiercontainer verschwunden sein.

Dann sollten auch alle Magdeburger ihre grundstücksgebundenen Wertstofftonnen zur Verfügung gestellt bekommen haben. "Dann rechnen wir auch mit einer deutlichen Entspannung der Lage und das Problem des Stellplatzmülls wird dann hoffentlich der Geschichte angehören", erklärt Ingo Geschke.

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