Null Bock auf den Blauen Bock? Das sehen die Erfinder des gleichnamigen Kulturpreises ganz anders und verhelfen der blau-verkachelten Ruine an der Ernst-Reuter-Allee mitten in der City zu neuen Ehren. Alexander Bernstein und weitere Mitstreiter des Kulturkollektiv e. V. wollen mit dem "Der Blaue Bock – Magdeburger Kulturpreis 2011" Veranstalter und Kulturschaffende auszeichnen. Auch junge Projekte erhalten ihre Chance.

Magdeburg. Viele Jahre spann Alexander die Idee von einem Wettbewerb nur für Veranstalter. Diese sollten für ihre Leistungen gelobt werden und auch einen Preis erhalten. Die Veranstalter haben das Kulturleben Magdeburgs geprägt – durch ihre Projekte und ihr Engagement. Sie sorgen dafür, dass die würdige Kulturlandschaft in Magdeburg erhalten bleibt und sich ständig weiterentwickeln kann.

Auch eure Projekte sind gefragt

2011 ist es nun so weit. Alexander Bernstein gründete 2010 mit Franziska Dusch und Sandra Kilian den Verein "Kulturkollektiv e.V.", eigens für diesen Wettbewerb, und schreibt in Magdeburg damit Kulturgeschichte. "Unser Ziel ist es, mit dem Wettbewerb die Kulturschaffenden zu ehren", so Sandra Kilian, junge Vorstandsvorsitzende des kulturkollektiv e.V.. "Wichtig ist auch, dass bei diesem Wettbewerb keine Grenzen gesetzt sind. Egal welche Zielgruppe angesprochen wird, ob der Veranstalter kommerziell arbeitet oder gemeinnützig wirkt, ob eine Veranstaltung in einem kleinen oder großen Rahmen stattfand, wichtig ist nur, dass das Event im Jahr 2011 stattfand oder noch findet", so erzählt Sandra weiter. So bekommen natürlich auch Projekte junger Leute eine Chance beim Wettbewerb.

Der Magdeburger Kulturpreis umfasst mehrere Preise in mehreren, thematisch abgegrenzten Kategorien. Die Preise, die an Kulturschaffende der Stadt Magdeburg vergeben werden, setzen sich zum einen aus vier Hauptpreisen (Vergabe über Jury) und sechs Publikumspreisen (Ermittlung über Umfrage via Homepage und Postkarten) zusammen. Die Hauptpreise sind mit Preisgeldern von insgesamt 5000 Euro dotiert.

Die Publikumspreise sind "Ehrenpreise", die nicht mit Geld dotiert sind. Die vier Jurypreise, die nach bestimmten Kriterien urteilt, sind in drei Kategorien und dem genreunabhängigen Hauptpreis unterteilt. Sandra Kilian: "Der Hauptpreis ist "Der Blaue Bock 2011 – Der Magdeburger Kulturpreis", dotiert mit 2000 Euro Preisgeld. Zudem gibt es noch drei Sonderpreise: Der Blaue Bock für Druckkultur 2011 (geht an Grafiker und Designer von Flyern, Plakaten etc.), Der Blaue Bock für Urbankultur 2011 (kulturelle Aktivitäten im öffentlichen Raum für die Belebung der Stadt) und Das Blaue Böckchen für Kinderkultur 2011 (damit sollen Projekte geehrt werden, die die Kultur für Kinder geprägt und beeinflusst haben).

Von Clubkultur bis zum Konzert

Für alle drei Sonderpreise sind je 1000 Euro ausgelobt", so erklärt die Vorstandsvorsitzende die Jurypreise.

"Bei den Publikumspreisen gibt es insgesamt sechs Kategorien: Konzertkultur, Bühnenkultur, Lesekultur, Ausstellungskultur, Clubkultur und Zweitwohnzimmerkultur (gewählt wird die "Kneipe" des Jahres)", ergänzt Sandra weiter. Gewählt werden die Publikumspreise per Umfrage im Internet und Postkarten.

Die Preisverleihung findet dann voraussichtlich im Februar 2012 statt und ist Abschluss und Auftakt des Kulturlebens in Magdeburg zugleich. Gleichzeitig stellt die Preisverleihung den Neubeginn des kommenden Kulturjahres 2012 dar – für welches natürlich auch wieder die Magdeburger Kulturpreise vergeben werden sollen.

Doch wieso heißt der Preis so wie er heißt? Die Macher des Kulturpreises erklären: Der "Blaue Bock" ist ein altes Gebäude und Wahrzeichen zugleich. Es prägt die Innenstadt, ob gewollt oder nicht – und bindet Emotionen. Aber trotz aller städtebaulicher Veränderungen steht der "Blaue Bock" noch immer. Sandra Kilian: "Der Blaue Bock steht für den Willen, die Sturheit, sich unabhängig von äußeren Einflüssen seinen ganz eigenen Weg zu suchen. Diese bemerkenswerte Sturheit ist auch bezeichnend für die Magdeburger Kulturschaffenden."

Seid ihr neugierig geworden? Wollt ihr euch um den Kulturpreis bewerben oder einfach nur mehr erfahren? Dann findet ihr weitere Informationen und die Anmeldeformulare im Internet unter www.blauerbock-kulturpreis.de oder per Mail: kontakt@kulturkollektiv-verein.de

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