Er ist so groß wie eine normale Scheckkarte, dadurch eher unauffällig und soll so für mehr Akzeptanz sorgen: der neue Magdeburg-Pass. Und er braucht unbedingt mehr Werbung. Darum wurde er gestern am Puppentheater offiziell noch einmal vorgestellt.

Magdeburg. Jens Braune hält seinen persönlichen Magdeburg-Pass stolz in die Kamera. Und was der Schüler damit alles machen kann, kann sich sehen lassen. In vielen Magdeburger Einrichtungen muss er weniger Eintritt bezahlen, er bekommt bei den MVB verbilligte Fahrkarten, muss in der Volkshochschule weniger Kursgebühren bezahlen, kann in der Stadtbibliothek preisgünstiger ausleihen, zahlt ermäßigten Eintritt für viele Kultureinrichtungen, Theater oder Kinos.

In der Familie von Jens hat seit gestern jeder seinen Magdeburg-Pass, Sozialamtsleiterin Simone Borris hat sie der Familie persönlich übergeben. "Für den neuen Magdeburg-Pass konnten wir weitere interessante Kooperationspartner wie den Elbauenpark oder den Moritzhof gewinnen", so Simone Borris. "Außerdem hat der Pass jetzt ein praktisches Chipkartenformat und passt so leicht in jedes Portemonnaie. Wir hoffen, dass damit in Zukunft noch mehr Menschen die Vorteile und Vergünstigungen des Magdeburg-Passes nutzen."

Rund 40000 Bedarfsgemeinschaften mit geringen Einkommen könnten in Magdeburg den Pass nutzen. Aber viele tun es nicht. Darum bewirbt die Stadt den Pass erneut. "Früher mussten die Inhaber, wenn sie den Pass nutzen wollten, meistens ein DIN-A4-Schriftstück zum Beispiel an Eintrittskassen vorlegen. Das war vielen wohl doch etwas peinlich", meint Simone Borris. Mit dem Scheckkarten-Format sei das jetzt vorbei, wirbt die Sozialamtsleiterin für den Pass.

Stadtrat Thorsten Giefers (Die Grünen) macht noch darauf aufmerksam, dass alle Kooperationspartner des Magdeburg-Passes mit Aufklebern ausgestattet werden, die gut sichbar anzeigen sollen, dass der Pass bei ihnen willkommen ist.

Und mit dem Magdeburg-Pass können auch die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket, das das Bundessozialministerium aufgelegt hat, genutzt werden.

Man könne als Stadt nur dafür werben, dass möglichst alle Berechtigten sich einen Magdeburg-Pass ausstellen lassen, meinen Simone Borris und Thorsten Giefers übereinstimmend. Denn die Vorteile und Möglichkeiten, die der Pass biete, machten es für die Besitzer deutlich leichter, am kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Ausgestellt wird der Pass vom Sozialamt, beantragen kann man ihn dort oder bei einem der Bürgerbüros der Stadt. "Es genügt aber auch, dass die Berechtigten einfach anrufen und ihre Leistungsnummer durchgeben", sagt Simone Borris. Die Pässe werden dann zugeschickt.