1001 Jahre nach dem ersten Magdeburger Mauritiusfest lädt die Stadt vom 2. bis 4. September zum ersten Kaiser-Otto-Fest ein. Gestern wurden Programm und Hintergründe der Veranstaltung von den Organisatoren im Kulturhistorischen Museum vorgestellt.

Magdeburg. Es soll kein normales Mittelalterfest werden, wie es sie schon viele gibt, sondern ein Geschichts-Spektakel mit historischem Tiefgang. "Es ist natürlich wichtig, dass die geschichtlichen Fakten stimmen", sagt Susanne Schweidler, Leiterin des Magdeburger Kulturbüros und Vorsitzende des Kuratoriums "Kaiser Otto Fest". Darum lassen sich die Organisatoren des ersten Magdeburger Kaiser-Otto-Festes auch in vielen Dingen unter anderem vom Kulturhistorischen Museum beraten. Im Kuratorium laufen dazu die Fäden zusammen.

Die zentralen Figuren des Festes sind Kaiser Otto I. und seine beiden Gemahlinnen Editha und Adelheid. Um sie wird im September für drei Tage das Mittelalter "herumgebaut". Es wird einen Kaiser-Otto-Umzug geben, mit dem das Fest beginnt, Ritterturniere, Ablasshändler, Hofnarren, eine große Festtafel, die Kaiserkrönung von Otto und die Hochzeit von Editha und einen öffentlichen Gerichtstag. Die Sitten am Hofe Kaiser Ottos werden vorgestellt und wie der Alltag der Magdeburger im Mittelalter aussah. Was Inquisition, Todsünde und Bettelorden für die mittelalterliche Kirche bedeutete, wird anschaulich präsentiert und auch, wofür Johann Tetzel und Mechthild von Magdeburg standen. Musik, Tanz, Unterhaltung und Kurzweil können die Besucher zwischen Kloster "Unser Lieben Frauen" und Bastion Cleve erleben. Aufgeteilt ist das Fest in sieben Aktionsbereiche, wobei sich jeder Bereich einem bestimmten Thema widmet. Insgesamt werden rund 500 Akteure das Fest zum Fest machen.

Organisiert wird das Ganze von der Kaiser-Otto-Fest-GmbH. Geschäftsführer ist Ingo Bumbke. Die Idee zum Fest stammt von der IG Innenstadt. Nach der 1200-Jahrfeier hatte man sich überlegt, ob sich ein Mittelalterfest in Magdeburg nicht etablieren ließe, so Bumbke. Ein Konzept wurde entworfen und dem Stadtrat vorgestellt. Der hat 2009 dann den einstimmigen Beschluss gefasst, das Kaiser-Otto-Fest zu unterstützen. 387000 Euro lässt sich das die Stadt für das erste Fest als Zuschuss kosten.

Insgesamt sei ein Budget von 570000 Euro veranschlagt. Die Kosten sollen durch Sponsoring, Standmieten und durch Eintrittsgelder finanziert werden. Darum werde auch ein Eintrittspreis von 5 Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder pro Besucher einmalig für das ganze Festwochenende erhoben.

Erwartet werden etwa 30000 Besucher, sagte Kulturbeigeordneter Rüdiger Koch. Für ihn hat das Fest eine große Bedeutung. Man wolle es als ein weiteres Markenzeichen für die Stadt entwickeln. Koch hofft, dass es zukünftig weit über die Region hinaus ausstrahlen werde, dafür rühre man schon jetzt in vielen Städten mit Plakaten die Werbetrommel. Aber auch nach innen solle das Kaiser-Otto-Fest für Magdeburg eine identitätsstiftende Wirkung zeigen, hofft der Kulturbeigeordnete.

Das Fest, wenn es sich als feste Größe im Veranstaltungskalender etabliert hat, soll noch eine weitere große Ambition von Magdeburg unterstützen helfen: Für Rüdiger Koch ist es ein wichtiger Mosaikstein für eine erfolgreiche Bewerbung Magdeburgs als Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2020. "Angesichts der Kompetenz im Festkuratorium bin ich mir zu 100 Prozent sicher, dass dieses Fest ein ganz besonderes wird, mit dem Magdeburg an seine herausragende Bedeutung im Mittelalter erinnert."

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