Am Gründonnerstag hatte das Tiefbauamt die Vorfahrtsbestimmungen an der Kreuzung Breiter Weg/Große Steinernetischstraße geändert: Radler müssen jetzt anhalten, die Autofahrer haben Vorrang. Die neue Regelung wird die Stadtverwaltung aber noch weiter beschäftigen. Bündnis90/Die Grünen sehen nämlich Nachholbedarf.

Altstadt. Verwirrend war die alte Regelung, diagnostizierte die Stadverwaltung bereits vor einigen Monaten. Unübersichtlich seien hingegen nun die neuen Vorfahrtsvorschriften meint Grünen-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Wähnelt. In einer entsprechenden Anfrage möchte er nun wissen, ob die Verwaltung helfen kann.

Die Fußgängerzone auf dem Breiten Weg lädt zwischen Universitätsplatz und Altem Markt zum Bummeln. Östlich der Schienen befindet sich zudem ein breiter Fahrradweg, der viel und gerne in Anspruch genommen wird. Seit Längerem gibt es Bemühungen, die Überquerung der Großen Steinernetischstraße zu ändern. Pkw sollten statt der Radler Vorrang haben. Mehrere Anträge und Stellungnahmen beschäftigten den Stadtrat, dessen Fachausschüsse und die Stadtverwaltung über ein halbes Jahr. Ende März gab der Stadtrat schließlich grünes Licht für die Vorfahrtsänderung. Obwohl er laut Stadtverwaltung dies gar nicht hätte tun müssen bzw. dürfen. Denn alleine der Oberbürgermeister könne dies entscheiden, teilte die Verwaltung bereits im Dezember mit.

Nichtsdestotrotz rückten am Gründonnerstag Mitarbeiter des Tiefbauamts mit Schraubendreher und Verkehrszeichen im Gepäck an, um die neue Beschilderung vorzunehmen. Provisorische "Vorfahrt gewähren"-Zeichen mahnen nun die Radfahrer auf beiden Seiten des Breiten Wegs zur Vorsicht. Die Autofahrer werden durch ein Warnzeichen darauf hingewiesen, dass Radler kreuzen können. Zudem signalisieren nun Andreaskreuze, dass die Straßenbahn weiterhin Vorrang hat.

Die Kritik der Grünen richtet sich an die mangelnde Sichtbarkeit der Veränderungen. Wolfgang Wähnelt schreibt: "Das neu aufgestellte Schild nehmen die Radfahrer kaum wahr. Die Autofahrer sind stark verunsichert." Nach seiner Ansicht steige das Unfallrisiko dadurch an der Kreuzung. Und tatsächlich: Während manche Radfahrer ordnungsgemäß halten, um die Autos passieren zu lassen, fahren andere weiterhin zügig über die Straße ohne nach links und rechts zu schauen.

Daher erachte seine Fraktion "es für zwingend notwendig, auf die geänderte Vorfahrtsregelung so hinzuweisen, dass sie durch alle Verkehrsteilnehmer eindeutig wahrgenommen werden kann." Daher möchte die Grünen-Fraktion wissen, wann die Verwaltung wie dazu reagieren wird. Falls dies bisher noch nicht auf der Tagesordnung steht, sollte dies in absehbarer Zeit nachgeholt werden.