Die 2,3 Millionen Euro teure Lärmschutzwand im nördlichen Abschnitt des Magdeburger Rings soll mit legalen Graffiti gestaltet werden. Der Stadtrat hat einen entsprechenden Antrag der Fraktion SPD-Tierschutzpartei-future angenommen. Es gab neben Zustimmung auch Bedenken und Ablehnung zu dem Projekt.

Altstadt. Mirko Stage vom future-"Flügel" der SPD-Fraktion hatte nicht nur die Graffiti-Idee auf den Weg gebracht. Am Donnerstagabend betonte er: "Die Lärmschutzwand steht, und wie man sieht, könnte sie ein bisschen schöner werden." Damit warb er für den bereits im Oktober 2010 eingebrachten Antrag, die Wand von Laien sowie professionellen Sprayern gestalten zu lassen. Finanziert werden solle das Projekt "über die Werbung für ansässige Firmen bzw. Sponsorengelder".

Einbezogen in die Debatte am Donnerstag waren Ergänzungen. So hatte der Bauausschuss beschlossen, die Gestaltung mit auf Magdeburg bezogenen Motiven in den Vordergrund zu stellen. Der Umweltausschuss plädierte für die Ausdehnung des Graffiti-Projektes auf die für die Anwohner sichtbaren Außenseiten.

Ablehnung aus der CDU/BfM-Fraktion. Er bezweifele, dass es statthaft sei, derartige Bebilderung an Verkehrseinrichtungen anzubringen, sagte Frank Schuster. Sein Fraktionschef, Wigbert Schwenke, sprang ihm bei: Auf der Schnellstraße könne man so abgelenkt werden, gab er zu bedenken. Das sei bei der Mächtigkeit des Projektes durchaus möglich und gefährlich. Seine Meinung zur Wand-Außenseite: Die Bürger würden wohl Bäume und Büsche bevorzugen.

OB Lutz Trümper stellte an der Stelle klar: Die Verwaltung – der Sozialbeigeordnete hatte das Projekt befürwortet – gehe nicht von der Gestaltung der gesamten Wand aus. Das seien auf jeder Seite 4000 Quadratmeter und nicht zu bezahlen, sagte er. Es gehe um 20 bis 30 Meter.

<6>Im Antrag der Fraktion SPD-Tierschutzpartei-future ist das nicht so eingegrenzt. Oliver Wendenkampf bestätigte aber: Nicht die ganze Wand sei gemeint. Fraktionskollege Sven Nordmann (SPD-Tierschutzpartei-future) sagte, dass der Jugendhilfeausschuss der Sache positiv gegenüberstehe. Monika Zimmer, Die Linke, verwies auf den Damaschkeplatz, wo ein solches Projekt gut angekommen sei. Sven Haller, FDP, war skeptisch: Die Finanzierung sei nicht geklärt, sagte er.

<7>Frank Schuster blieb bei der Ablehnung: Er habe auch Probleme im Zusammenhang mit der Werbung. Grundsätzlich gab er zu bedenken: "Wo fangen wir an, und wo hören wir auf?"

Der Rat beschloss mehrheitlich den Antrag mit den Änderungen aus den Ausschüssen. (Kommentar)

   

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