Auf 1 Prozent der öffentlichen Grünanlagen der Stadt sind die insgesamt 27 Hundeauslaufwiesen etabliert. Ihr Bestand blieb in den zurückliegenden acht Jahren konstant. Die Fraktion Die Linke forderte von der Stadt eine komplexe Neubewertung zur Eignung der Flächen. Die Mehrheit des Stadtrats war dagegen.

Altstadt. Nicht nur die fast 20 000 Euro, die an ein externes Büro für die geforderte komplexe Analyse der Auslaufflächen gezahlt werden müssten, hielten offenbar die meisten Stadträte von ihrer Zustimmung ab.

Das Problem seien vielleicht nicht zu wenig Auslaufwiesen, sondern zu viele Hunde, konterte SPD-Rat Martin Rohrßen auf die Ausführungen von Oliver Müller.

Der Stadtrat der Linken hatte mit zahlreichen Argumenten versucht, die Notwendigkeit des Projektes zu erklären. Wer Leinenzwang fordere, müsse für genügend Möglichkeiten des freien Auslaufs der Hunde sorgen, meinte er. Und: Die älteren Menschen bräuchten viel mehr fußläufig erreichbare Tobewiesen für ihre Vierbeiner. Für Arbeitslose sei es zu kostspielig, ins Umland zu fahren. Mit einem neuen Konzept solle das auf den Weg Gebrachte fortgeschrieben werden, heißt es u. a. in dem von ihm und Jana Bork unterschriebenen Antrag. An manchen Plätzen sei die Sicherheit für Hunde nicht gegeben. Die angestrebte Bewertung soll auch das exakt nachweisen.

Im Sinne des Tierschutzes und ordnungspolitisch wäre das durchaus gerechtfertigt, glaubte Grünenstadtrat Sören Herbst. Von Frank Schuster, CDU/BfM namens seiner Fraktion dagegen ein glattes Nein. Die Stadt tue etwas und Befragungen seien nicht notwendig. Carola Schumann, FDP: Man habe die Tierschutzvereine befragt. Deren Meinung: Dieser Antrag würde die Probleme nicht lösen. "Deshalb enthalte ich mich der Stimme", sagte sie. Wie Müller ist auch sie selbst Hundehalter.

Future-Stadtrat Mirko Stage empfahl, die Hundehalter zu fragen, was sie wollen.

Laut Holger Platz, Kommunalbeigeordneter, sei die Auslaufwiesen-Frage keine zentrale Größe im Ordnungsbereich. Die Ausweisung neuer Flächen wird auch schwieriger, weil die Interessen der Nichthundehalter berücksichtigt werden müssen. In einer Stellungnahme zum Antrag hatte Simone Andruscheck vom Stadtgartenbetrieb auf solche Probleme aufmerksam gemacht und Fakten genannt: Seit 2003 seien 7 ungeeignete Auslaufwiesen weggenommen, aber ebenso viele neu geschaffen worden. Die Anzahl sei konstant geblieben, die Gesamtfläche jedoch vergrößert worden.

Dem Bündnisgrünen Alfred Westphal ging offenbar die Debatte dann zu weit. Er machte seinem Unmut Luft: "20 000 Euro – liebe Leute, wir sollten es nicht übertreiben", sagte er.

Die Mehrheit des Rates sah keinen Bedarf. Sie lehnte den Antrag "Evaluierung der Hundeauslaufwiesen" nach Abschluss der Debatte ab.