Großer Bahnhof für Magdeburgs zweitwichtigsten Haltepunkt: Der Vorplatz des Neustädter Bahnhofes präsentiert sich seit gestern in neuem Glanz. Fahrgäste aus Magdeburg und der Region profitieren von komfortableren Umsteigemöglichkeiten zu Bus und Bahn. Für das historisch wertvolle Bahnhofsgebäude selbst soll es mit dem Eigentümer demnächst Gespräche über Sanierung und Nutzungskonzepte geben.

AlteNeustadt. "Endlich fertig", sagt Oberbürgermeister Lutz Trümper und lässt den Blick zufrieden über den Vorplatz des Neustädter Bahnhofes schweifen. Nach dem Sanierungsstart im Juli 2010 sollte im vergangenen November eigentlich alles fertig sein, doch dank Väterchen Frost zogen sich die Bauarbeiten in die Länge.

Jetzt endlich ist der Platz zwischen Gröper- und Agnetenstraße nach altem Vorbild von Grund auf neu gestaltet und bietet Reisenden und Berufspendlern wesentlich mehr Komfort. So wurde in der Platzmitte eine große Mittelinsel mit Wetterschutz angelegt, außerdem gibt es zusätzliche Stellplätze für Autos. Dazu kommen ein Behindertenparkplatz, Taxihalteplätze und zusätzliche Fahrradstellplätze, Bäume und Sitzbänke laden zum Ausruhen ein.

Auch eine Anzeigetafel für die Fahrgastinformation werde demnächst folgen, kündigte Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) an. Er eröffnete den Platz gestern gemeinsam mit OB Trümper und lobte das von seinem Vorgänger Karl-Heinz Daehre ins Leben gerufene Schnittstellenprogramm, mit dem das Land einen verbesserten Anschluss vom Schienenverkehr an das Buslinien- und Straßenbahnnetz fördert.

Bahnhofsbesitzer ist gesprächsbereit

"Die barrierefreie Sanierung ist ein Impuls, die Innenstädte modern darzustellen und ein wichtiges Zeichen für Menschen mit Behinderungen", lobte Webel. "Mit dem neuen Platz verbessern sich die Aufenthaltsqualität und die Infrastruktur rund um den Neustädter Bahnhof", pflichtete ihm Lutz Trümper bei.

Der Verkehrsknotenpunkt sei eine Schnittstelle für unterschiedliche Nahverkehrsangebote und deshalb ein wichtiger Standortfaktor für die Alte Neustadt, die sich in den vergangenen Jahren rund um Uni und Wissenschaftshafen sehr gut entwickelt habe. Nun brauche auch der Öffentliche Personennahverkehr wieder neuen Schwung. "Und auch der um 1900 errichtete Bahnhof selbst braucht eine Entscheidung, wie es weitergeht", sagte der Oberbürgermeister in Richtung des Verwalters, der Main Asset Management GmbH. Positiv: Von dort aus hatte man kürzlich die Bereitschaft zu Gesprächen mit der Nahverkehrsservicegesellschaft Sachsen-Anhalt (Nasa) und der Stadtverwaltung signalisiert, will Sanierung und Nutzungskonzepte prüfen. Bereits vor zwei Jahren wurden im angrenzenden Park die Wege saniert und eine alte Trafo-Station abgerissen.

S-Bahnhöfe werden bis 2018 modernisiert

"Wir wollen noch mehr aus dem Areal machen und es mit dem Schroteradweg verbinden", kündigte OB Trümper an. Denn den wichtigen Dreh- und Angelpunkt nutzen täglich im Schnitt 2500 Bahnreisende. Die Magdeburger Verkehrsbetriebe, die OhreBus Verkehrsgesellschaft und die Nahverkehrsgesellschaft Jerichower Land nutzen den Platz mit zwei Stadt- und drei Regionalbuslinien, Straßenbahnhaltestellen sind nur 150 Meter entfernt. Für die Pendler haben sich die Umsteigeverbindungen zwischen Bahn und ÖPNV nun stark verbessert.

Die Neugestaltung anderer Bahnhofsumfelder im Stadtgebiet Magdeburgs sei momentan nicht geplant, gibt Nasa-Sprecher Wolfgang Ball Auskunft. Allerdings wollen Land und Deutsche Bahn in Sachsen-Anhalt auch künftig die Modernisierung von Bahnhöfen und Stationen fortsetzen.

Bereits im März verlängerten sie eine Rahmenvereinbarung und wollen von 2014 bis 2018 landesweit insgesamt 50 Millionen Euro in 40 bis 45 Projekte investieren – darunter sind auch die zehn Haltepunkte der S-Bahn in Magdeburg. Sie sollen bis zum Ende dieser Periode stufenfrei zugänglich gemacht und attraktiver gestaltet werden, so Wolfgang Ball.

Die Baumaßnahmen am Vorplatz des Neustädter Bahnhofes kosteten insgesamt 650000 Euro.

80 Prozent der Investitionen trug die Nasa als Aufgabenträger des Landes, der Rest kam aus der Magdeburger Stadtkasse.

   

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