Magdeburg. "Wir sind alle noch geschockt", sagte gestern Theatersprecherin Julia Lonkwitz. "Doch zum Glück geht es dem Mädchen wieder gut." Am Sonnabendabend war beim Finale der Ballettaufführung "Stürmische Höhen" ein Kulissenteil auf eine 12-Jährige gefallen. Zum Glück hatten sich zwei Ärzte im Publikum befunden, so Lonkwitz, und auch der Notarzt sei sehr schnell vor Ort gewesen.

Bereits am Sonntag soll das Mädchen von der Intensiv- auf die Kinderstation verlegt worden sein. Dort habe sie Ballettdirektor Gonzalo Galguera bereits besucht.

Die 12-Jährige befand sich gestern noch im Krankenhaus. Nach Angaben des Theaters könne sie jedoch voraussichtlich am Mittwoch nach Hause.

"Die kleine Tänzerin will unbedingt schnellstmöglich wieder auf die Bühne", heißt es in einer Pressemitteilung, die gestern Nachmittag vom Theater Magdeburg verteilt worden ist. Sie wünsche sich "nichts sehnlicher als wieder zu tanzen", heißt es darin. Entgegen ersten Aussagen hieß es nun, der Unfall habe sich "im Rahmen eines geprobten szenischen Vorgangs eines Bühnenumbaus" ereignet. Wie bei einem Arbeitsunfall üblich, werden nun Ermittlungen durchgeführt, teilt das Theater weiter mit. Deshalb werde man sich zu dem laufenden Verfahren nicht weiter äußern. "Das Theater Magdeburg und seine Leitung bedauern den Unfall zutiefst, setzen alles daran, den Vorfall aufzuklären und wünschen dem 12-jährigen Mädchen eine rasche Genesung."

Die nächsten Aufführungen soll es am 13. und 21. Mai geben. Das Theater antwortete auf Volksstimme-Anfrage, dass diese stattfinden und nicht wegen des Vorfalls abgesagt werden. "Alle Rollen sind doppelt besetzt", so Julia Lonkwitz, "selbst wenn das Mädchen nicht auftreten möchte oder kann, wäre die Aufführung gesichert".

Auf die Frage, welche Konsequenzen aus dem Unfall gezogen werden, antwortete Lonkwitz: "Wir untersuchen und analysieren. Die Szene wird wahrscheinlich verändert."

Am Sonnabend war gegen Ende der Ballettinszenierung (gegen 21.45 Uhr) eines der Kulissenteile so gefallen, dass die 12-jährige Kinderstatistin getroffen worden ist. Das Mädchen, bei dem es zunächst hieß, sie sei 10 Jahre alt, blieb bewegungslos auf der Bühne liegen. Nach Polizeiangaben wurde sie schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. "Sie war aber ansprechbar", erklärte die Theatersprecherin. Allerdings habe man vorbeugend darauf geachtet, dass sich die Verletzte nicht bewegt, um eventuelle Nachfolgen zu vermeiden.

Wie von der Polizei gestern zu erfahren war, läuft eine Vorermittlung zum Fall. Noch wird geprüft, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird.

Die Polizei hatte am Sonntag erst über die Volksstimme von dem Unfall erfahren. Warum die Meldung nicht vom Theater kam, "ist noch zu klären", antwortete Theatersprecherin Lonkwitz auf Volksstimme-Nachfrage, "wir wollten das nicht unterbinden".