Die Stadt hat in einer Eilentscheidung des Oberbürgermeisters das Schlagloch-Beseitigungsprogramm für die vom Winter lädierten Magistralen Magdeburgs aufgestellt. 1,7 Millionen Euro sind für die Reparatur der wichtigsten Straßen veranschlagt. In Kürze wird auf dem Ring gestartet.

Altstadt. Insgesamt sind es acht Magistralen, die jetzt so schnell wie möglich in Angriff genommen werden. Das betrifft außer großen Bundesstraßen im Stadtgebiet wie die Albert-Vater-Straße / B1 wichtige innerstädtische Trassen wie die Erich-Weinert-Straße oder den Schanzenweg (siehe Kasten rechts). Auf dem Magdeburger Ring soll die wegen Winterschäden teils nur einspurig befahrbare Brücke Albert-Vater-Straße saniert und die Fahrbahn grundhaft ausgebaut werden. Der Brücke droht die Vollsperrung.

Das Land habe die avisierten 1,3 Millionen Euro per Bewilligungsbescheid ausgereicht, sein Amt könne loslegen, sagte Tiefbauamtschef Thorsten Gebhardt.

Bei Verspätung droht Fördergeld-Verfall

Mit "Loslegen" meint der Amtsleiter erst einmal nur die formale Seite: Ausschreibungen, Submission, Vergabe.

Praktisch begonnen werden kann deshalb zum Beispiel an der Ring-Brücke voraussichtlich erst im Juni/Juli. Etwa zum gleichen Termin wird auf der Albert-Vater-Straße gebaut. Schrittweise folgen die anderen sechs geförderten Großprojekte. Gemächlich angehen kann und will das Amt das Programm aber nicht. Die 1,3 Millionen Euro vom Land müssen bis Jahresende ausgegeben sein. Ansonsten droht Verfall.

"Wir streben an, in der verkehrsarmen Ferienzeit so viel wie möglich zu erledigen", erklärte Gebhardt. Die arg in Mitleidenschaft gezogenen Lübecker und die Otto-von-Guericke-Straße sind allerdings nicht erfasst. Grund: Auf der Otto-von-Guericke-Straße wird zum Jahresende MVB-Gleisbau betrieben, der Straßenbau wird in dem Zuge erledigt. An der Lübecker Straße gibt es vor allem Schäden in Gleisübergangsbereichen. Hier sind in nächster Zeit Ausbesserungen an der Tagesordnung.

Das hängt mit einer weiteren Besonderheit der speziellen Landesförderung zusammen: Das Geld darf nur für Investitionen genutzt werden. Das bedeutet, dass die Straßenabschnitte grundhaft ausgebaut werden müssen.

Dazu werden Deck- und Binderschicht (zusammen 12 Zentimeter) herausgefräst, haltbare Materialien eingebracht. Es sollen damit dauerhafte Lösungen an der städtischen Infrastruktur praktiziert werden, sagte Thorsten Gebhardt.

Mindestens 5 Jahre sollen die reparierten Abschnitte halten. Die zwei Extremwinter hatten gezeigt: Die nur ausgeflickten Löcher brachten zwar Linderung bei den Holpertouren. Aber relativ schnell nervte der alte Zustand wieder.

Aufs Ausflicken wird nicht verzichtet

Die Landesförderung, die von der Stadt entsprechend den Bedingungen auf 1,7 Mio. Euro aufgestockt werden muss, darf nicht für die Beseitigung der kleineren Schäden verwendet werden. "Diese arbeiten wir mit eigenen Haushaltsmitteln ab", sagte Thorsten Gebhardt. Derzeit laufen so auch Ausschreibungen für die Schlaglochsanierung in der Bergstraße und auf dem Magdeburger Ring vor den A2-Auffahrten.

Der sogenannte Patcher, eine Maschine zum Ausflicken der Schlaglöcher, ist seinen Angaben zufolge jetzt täglich unterwegs – in dieser Woche u. a. im Holzweg, in der Henning-von Tresckow- und Lüneburger Straße, Hohenstauffenring und Kleinem Stadtmarsch. Es gehe auch damit zügig weiter, versicherte der Tiefbauamtsleiter.

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