Das Wetter zeigt sich am Sonnabend zur Eröffnung der Badesaison von seiner schönsten Seite. Temperaturen bis 24 Grad Celsius und am Sonntag sogar bis 26 Grad Celsius werden erwartet. Allerdings: Das größte Strandbad Barleber See bleibt noch bis zum nächsten Wochenende wegen der Überflutung des Ufers geschlossen. Der Neustädter See soll, wie die drei anderen Freibäder, am Sonnabend planmäßig öffnen – teilweise mit sanierter Anlage.

Magdeburg. Die Rettungsschwimmer hatten gestern am Neustädter See ihren wohl eisigsten Job der Saisonvorbereitung. In einer Kette formiert, mussten sie durch das 13 Grad Celsius kalte Wasser im Nichtschwimmerbereich stapfen, um ihn nach Untiefen abzusuchen. Es sollte die letzte Kontrolle zur Entscheidung über eine Öffnung des Strandbades sein. "Da müssen wir wirklich auf Nummer sicher gehen", erklärte Schwimmmeister Maik Grotsch. Am Ende gab es grünes Licht.

Strände am Barleber See unter Wasser

Nach seinen Angaben fehlen durch den hohen Wasserstand am flachen Kinderstrand bis zu 20 Meter Sand und im Bereich des steileren Ufers etwa zwei Meter. Ansonsten seien keine Schäden durch den etwa einen Meter über normal bestehenden Pegel entstanden.

Freuen können sich die Nutzer des FKK-Bereiches. Hier wurde die Anlage saniert und der Sanitärtrakt neu gemacht. "Die Anlage soll bis auf kleine Restarbeiten am Freitag übergeben werden", erklärte Grotsch weiter.

Anders sieht es am Barleber See aus. Hier hofft Schwimmmeister Nils Wübbenhorst bis zum 14. Mai eröffnen zu können. Bis dahin gebe es noch viel zu tun. Da die gesamten Strände "abgesoffen" sind, müssen diese nun mühsam neu angelegt werden. In der nächsten Woche werde schweres Gerät eingesetzt, um den verbliebenen Uferbereich neu aufzubereiten. "Wir haben erst einmal 350 Tonnen Sand bestellt, ob der aber für den Strand reichen wird, wissen wir nicht. Uns rennt auch die Zeit davon", erklärt Wübbenhorst weiter. Wenn der Strand fertig ist, müssen die Bojen für den Nichtschwimmerbereich neu gesetzt werden. Dies erfolge nach strengen Richtlinien, bestimmte Tiefen durch Löcher oder Ausspülungen darf es ähnlich wie beim Neustädter See nicht geben. Wenn das Wasser irgendwann zurückgeht, so erklärt Wübbenhorst, müssten die Bojen dann auch wieder versetzt werden. Anders wie beim Neustädter See habe hier das Wasser auch Schäden angerichtet. So haben alle Rettungstürme nasse Füße bekommen. Eine Toilette kann nicht mehr benutzt werden und Turm III ist weiter stromlos.

Am Rettungsturm kann auch ein Spielplatz nicht in Betrieb genommen werden, weil dieser zum Teil noch unter Wasser steht. Für das große Strandbad Barleber See ist die Verzögerung des Saisonstarts ein harter Schlag. An Wochenenden mit hohen Temperaturen können bis zu 9000 registrierte Nutzer (Spitzenwert des besten Tages im vergangenen Jahr) das kühle Nass aufsuchen. Insgesamt seien dann bis zu 15 000 Gäste am See inklusive Camper und Bungalow-Siedler.

Morgen große Feier im Carl-Miller-Bad

Das Carl-Miller-Bad feiert bereits am morgigen Freitag sein 60-jähriges Bestehen. Dazu ist ein buntes Programm geplant. Den symbolischen Startschuss geben um 9.30 Uhr Bürgermeister Rüdiger Koch und der Vorsitzende des Stadtratsausschusses für Bildung, Schule und Sport Burkhard Lischka. Mit dabei sind am Freitag unter anderem die Magdeburger Eisröwer, Musiker eines Ensembles der Abteilung Jazz-Rock-Pop des Konservatoriums sowie das Sport- und Spielmobil. Der Eintritt ist an diesem Tag frei.

Im Zuge der Saisonvorbereitung wurden für Pflege und Reparaturmaßnahmen rund 50000 Euro in allen Bädern eingesetzt, darunter 8000 Euro für das Freibad Süd, 20000 Euro für das Strandbad Barleber See, 10000 Euro für das Carl-Miller-Bad, 7000 Euro für das Erich-Rademacher-Bad und 5000 Euro für das Strandbad Neustädter See. Die Mittel wurden hauptsächlich für Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie für die Herrichtung und Aufarbeitung der Grünflächen, Wasserflächen sowie Spiel- und Freizeitflächen investiert.