Rothensee. Die IG Metall will sich in die Vorgänge um die Schließung von Varioboard einschalten. Man habe zwar von sich anbahnenden Schwierigkeiten gehört. "Aber mit einer solchen radikalen Entscheidung hat niemand gerechnet", wertete gestern Brigitte Langguth, Gewerkschaftssekretärin von IG Metall Magdeburg-Schönebeck, gegenüber der Volksstimme.

"Das ganze Drama verschärft sich, weil kein Betriebsrat existierte und keinerlei soziale Sicherheiten vereinbart worden sind ", erklärte sie weiter.

182 Mitarbeiter hatten bereits am Ende der vergangenen Woche ihre Kündigung schwarz auf weiß erhalten.

Gestern war im weitgehend stillgelegten Faserplattenwerk die Agentur für Arbeit aktiv. Statt der zunächst angekündigten zehn wurden insgesamt 16 Mitarbeiter nach Rothensee geschickt.

Zwischen 8 und 16 Uhr führten sie Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern.

"Wir haben außer den für die Erfassung zuständigen Mitarbeitern auch gleich Arbeitsvermittler mitgeschickt", erläuterte Lutz Bartel. Der Geschäftsführer operativ zu den Möglichkeiten der Männer und Frauen, rasch einen neuen Job zu bekommen: Alle 182 in den kommenden vier Wochen in anderen Unternehmen unterzubringen, sei sicher Illusion, sagte er. Aber für eine ganze Reihe stünden die Chancen durchaus gut.

Das gelte für Berufe wie Elektriker, Mechaniker/Anlagenfahrer, Techniker, für die zwei Ingenieure, für Tischler und Datenfachleute. In der Logistik und Lagerhaltung gebe es Bedarf, wusste er.

Im Werk, das seit vier Tagen nicht mehr produziert, war auch gestern die Bearbeitung restlicher Aufträge an der Tagesordnung. Die großen Holzstapler aber waren geparkt.

Vor allem werden die bereits gefertigten rohen Spanplatten geschnitten, poliert und später ausgeliefert. Das Lager wird geräumt, das verbliebene Holz verkauft. In etwa zwei Monaten, so Geschäftsführer Wilhelm Taubert gegenüber der Volksstimme, werden die Maschinen und Anlagen konserviert sein.

Für kommenden Montag hat die IG Metall Magdeburg-Schönebeck die Belegschaft des offiziell geschlossenen Werks zu einer Zusammenkunft eingeladen. Dann wolle man, so Brigitte Langguth, über die Möglichkeiten einer Klage gegen die Kündigungen informieren. Im Werk seien die meisten verunsichert, sagte sie.