Fallen noch in diesem Jahr die Mauern des Blauen Bocks? Darüber wird, wie schon oft, in Magdeburg spekuliert. Als sicher kann jetzt aber angesehen werden, dass die Kaufverträge für den Bau in den nächsten Wochen unterschrieben werden.

Altstadt. Die Tage von Magdeburgs Innenstadt-Ruine Nummer Eins scheinen jetzt endgültig gezählt zu sein. Davon jedenfalls ist Wulff Aengevelt, einer der Geschäftsführer der Aengevelt Immobilien GmbH, überzeugt. Wie er gestern am Rande der Vorstellung des City-Immobilien-Reports für Magdeburg sagte, lägen die Kaufverträge für den Blauen Bock bereits beim Notar und würden, da sei er sich sicher, innerhalb der kommenden vier Wochen von Käufer und Verkäufer unterschrieben. Die Namen der beiden Geschäftspartner nannte Aengevelt allerdings noch nicht, auch über den Kaufpreis wurde nicht gesprochen. "In vier Wochen kann ich Ihnen mehr sagen", so Wulff Aengevelt in die Runde.

Zum zukünftigen Nutzungskonzept blieb Aengevelt ebenfalls verschwiegen. Fast. "Es werden zwei bis drei neue Branchen in das zukünftige Gebäude einziehen, die es in Magdeburg noch nicht gibt", versprach er nebulös. Aengevelt-Niederlassungsleiterin Annett Lorenz-Kürbis sagte, dass es sich bei den Geschäftsfeldern um den Textil- und den Tourismusbereich handeln werde. Und Wulff Aengevelt schwärmte: "Dieses Projekt wird das Zentralitätsniveau von Magdeburg noch einmal deutlich ansteigen lassen." Soll heißen, der zukünftige Blaue Bock (der so dann sicherlich nicht heißen wird) zieht zusätzliche Besucher und Kunden aus dem Umland in die Stadt.

OB Lutz Trümper zeigte sich überrascht von dem konkreten Zeitplan. Dass Käufer und Verkäufer in Vertragsverhandlungen eingetreten seien, sei ihm bekannt gewesen, aber dass es jetzt doch schon so konkret aussehe, freue ihn natürlich. "Ich wünsche mir, dass dann nach dem ersten Schritt auch der zweite vollzogen und ein gutes Konzept finanziert und umgesetzt wird", so der OB. Die 400 000 Euro Fördergelder der Stadt für den Abriss des Blauen Bocks stünden dem zukünftigen Investor in diesem Jahr auf jeden Fall noch zur Verfügung.

Der IG Innenstadt sei bekannt, dass ein niedersächsischer Investor den Blauen Bock kaufen wolle, sagte Arno Frommhagen, Sprecher der Innenstadthändler. Über das Konzept der zukünftigen Investition gebe es zwar Gerüchte, etwas Konkretes sei bei der IG Innenstadt dazu allerdings nicht bekannt.

In der Magdeburger Gerüchteküche machten ein Hotel, eine neue Jugendherberge, ein Hostel, ein kommunaler Verwaltungskomplex, Büros, Einzelhandelsgeschäfte und vieles mehr als mögliche Nutzungen für den Nachfolger des Blauen Bocks die Runde.