Nachwuchsingenieure der Otto-von-Guericke-Universität haben sich 2009 zu dem Rennteam "UMD-Racing" zusammengeschlossen. Die Begeisterung für den Motorsport vereint Interessierte aus Studiengängen wie Maschinenbau und Elektrotechnik. Mit ihrem zweiten einsitzigen Rennwagen, den die Teammitglieder entwickeln, konstruieren und bauen, nehmen sie an Formula Student-Wettbewerben teil.

Alte Neustadt. Ziel dieser Wettbewerbe ist es, nicht nur den schnellsten Rennwagen zu bauen, sondern das beste Gesamtkonzept aus Konstruktion, Performance, Finanzplanung und Verkaufsargumentation zu schaffen. Dieses Jahr entsteht UMD-Racings zweiter Rennwagen "UMD-FS2011". Doch was hat sich im neuen Jahr verändert?

"In diesem Jahr machen wir Quantensprünge", so Stephan Recknagel, der Leiter des Rahmen-Teams. "Im letzten Jahr ging es eher darum, einen Rennwagen auf die Beine zu stellen, um noch an dem Wettbewerb in Italien teilnehmen zu können und den Verein erst einmal vorzustellen. In diesem Jahr läuft einiges anders", erklärt er weiter.

Mehr Mitglieder, mehr Entlastung

Die Anzahl der Mitglieder hat sich inzwischen von etwa 30 auf über 70 erhöht. Es wurden unterschiedliche Unter-Teams bzw. Module gebildet. Dazu gehören zum Beispiel das Modul Motor, Fahrwerk und Rahmen. Aufgrund der steigenden Anzahl der Mitglieder können diese entlastet werden und haben nun noch mehr die Möglichkeit, sich zu spezialisieren und effizienter zu arbeiten. Außerdem können dadurch Entwicklung, Konstruktion und Fertigung des Rennwagens besser organisiert werden.

Bereits 2010 nahm UMD-Racing an dem Formula Student-Wettbewerb in Italien teil und konnte sich dieses Jahr erneut dafür qualifizieren. Zusätzlich zu dem Rennen "Autodromo Riccardo Paletti" im September wird der neue Rennwagen Anfang August bei dem Wettbewerb am Hockenheimring dabei sein. Neben der Gewinnung neuer Mitglieder und der Teilnahme an einem nationalen und an einem internationalen Rennen, ist UMD-Racing in diesem Jahr für die Öffentlichkeit und Interessierte präsenter. Das Team war bei der Zulieferer-Messe in Leipzig und bei der Hannover-Messe vertreten und stellte den Verein sowie den Rennwagen vor. Die jungen Ingenieure von morgen konnten neben der Präsentation ihres Projektes Einblicke in neue Techniken gewinnen, Kontakte zu Unternehmen knüpfen und einige für sich begeistern.

Der Wert des "UMD-FS2011" wird von dem Projektleiter Philip Constantin Müller auf etwa 50700 Euro geschätzt. Wie finanziert der Verein diesen Rennwagen? "Wir finanzieren unser Projekt durch Sponsoren", so Maximilian Pecher, Modulleiter Interieur. "In diesem Jahr ist es uns zum Beispiel gelungen, VW auf uns aufmerksam zu machen und als Sponsor zu gewinnen. Wir werden nicht nur mit finanziellen Mitteln, sondern ebenso mit dem fachlichen Wissen der Unternehmen unterstützt", erklärt Pecher begeistert. Neben den Logos der Sponsoren auf dem Rennwagen, der Teamkleidung und der Webseite profitieren die unterstützenden Unternehmen vor allem davon, dass sie Kontakte zu engagierten, hochmotivierten und jungen Studenten knüpfen können.

Hockenheim und Italien vor Augen

Als Mitglieder des UMD-Racing-Teams erhalten die Studenten der Universität Magdeburg die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln. Dies geschieht vor allem in der Konstruktion und in der Fertigung der einzelnen Rennwagenteile. Das theoretische Wissen aus Vorlesungen und Seminaren sowie die Ideen der Studenten können hier umgesetzt werden.

Die Mitglieder erwerben Zusatzqualifikationen in hohem Maße und fördern nicht nur ihre praktischen Fähigkeiten bezogen auf den Rennwagen, sondern üben sich beispielsweise in Teamfähigkeit und werden umfassend auf Projektarbeiten und somit auf das spätere Berufsleben vorbereitet. Aber am wichtigsten ist nach Aussage der Mitglieder: "Der Spaß am Schrauben, denn der wird bei uns groß geschrieben."

Aktuell ist der Rennwagen vollständig konstruiert, befindet sich in der Fertigung. 2012 soll es noch höher hinausgehen, denn im nächsten Jahr wird UMD-Racing neben dem einsitzigen Ottomotor-Rennwagen mit einem Elektro-Rennwagen bei den Formula Student-Wettbewerben an den Start gehen.

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