Magdeburg. Mit dem glanzlosen 1:0 am Freitagabend bei Schlusslicht Türkiyemspor hat Regionalliga-Krisenclub 1. FC Magdeburg wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben. "Die Erleichterung ist riesengroß", bekannte Kapitän Daniel Bauer und erinnerte auch daran, dass der Club in den zurückliegenden Jahren im Jahnsportpark stets leer ausgegangen war: "Hier endlich einmal den Bock umgestoßen zu haben, macht diesen Sieg noch etwas wertvoller."

Zwar brannte der FCM alles andere als ein Feuerwerk ab, knüpfte in so manchen Szenen nahtlos an die schwache Heimspiel-Leistung gegen Havelse (1:2) an, doch das zählte alles nicht. Getreu dem Motto "Der Zweck heiligt die Mittel" fuhr der Club durch das siebte Tor von Wolf (53.) nach zuvor fünf sieglosen Spielen endlich wieder einen Dreier ein. "Mein bislang wichtigster Treffer in dieser Saison", befand Wolf und ergänzte: "Ich hoffe natürlich, dass noch der eine oder andere hinzukommt. Noch wichtiger aber ist, dass wir jetzt zu Hause gegen Braunschweig II nachlegen."

Am kommenden Sonntag erwarten die Elbestädter die U23 des Zweitliga-Aufsteigers und stehen da gehörig unter Zugzwang, denn der "Zweikampf" mit dem härtesten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, TSV Havelse, spitzt sich zu. Gestern gewannen die Hannoveraner durch ein Last-Minute-Tor des Ex-Magdeburgers Michael Habryka gegen den HSV II mit 1:0 und sind mit dem FCM weiter punktgleich.

Das 1:0 bei Türkiyemspor gehörte in die Kategorie "Pflichtsieg", wobei der Dreier am seidenen Faden hing, denn die fehlende Durchschlagskraft begleitet die Blau-Weißen nun schon die gesamte Spielzeit und war selbst bei der Regionalliga-"Schießbude" – schon 84 Gegentore – sichtbar. Und wenn es dann doch einmal Chancen gab wie die von Tobias Becker Ende der ersten Halbzeit wurden diese kläglich vergeben.

Immerhin vermied der FCM einen Gegentreffer, was auch Präsident Peter Fechner wohlwollend registrierte. "Wir haben bis zum Schluss zittern müssen, weil das zweite Tor nicht fiel, aber wir haben gewonnen – und das zu null", freute sich der 56-Jährige. Und weiter: "Die Maßnahme, sich nach dem Donnerstag-Training in ein Magdeburger Hotel zurückzuziehen und sich gemeinsam einzu-schwören auf dieses enorm wichtige Spiel, hat sich im Nachhinein als richtig erwiesen."

Und noch etwas: Für den Erfolg beißt man auch mal auf die Zähne wie im Fall Matthias Tischer, der sich beim Aufwärmen vor der Havelse-Partie zwei Finger ausgekugelt hatte. "Bei dieser Partie wollte und durfte ich einfach nicht fehlen, habe gegen die Schmerzen Spritzen und Tabletten bekommen", sagte der 25-jährige Schlussmann, der gegen harmlose Berliner zwar weitgehend einen ruhigen Abend verbrachte, in den wenigen gefährlichen Situationen aber auf der Hut war.