Happy-End für den Kongopapagei vom Siemens-Ring. Der kleine Ausreißer, der Ende April im Freien aufgegriffen und ins Tierheim gebracht worden war, ist wieder bei seiner Familie. "Die Besitzer hatten den Volksstimme-Bericht am 2. Mai gelesen und sich sofort bei uns gemeldet", freut sich Tierheimleiter Andreas Reichardt. Im Tierasyl an der Rothenseer Straße warten derweil noch Hund, Katze u.v.a. auf Aufnahme in einer tierlieben Familie.

Magdeburg. Es sind die kleinen Erfolgsgeschichten, die für die Mitarbeiter des Tierheims einen so großen Wert haben. Sind sie doch tagtäglich auch mit tragischen Tierschicksalen konfrontiert. So greift Tierheimleiter Andreas Reichardt gestern erfreut zum Telefonhörer, um der Redaktion die gute Nachricht mitzuteilen: "Unser herrenloser Kongopapagei, der am 2. Mai mit einem Foto in der Volksstimme zu sehen war, ist wieder bei seiner Familie. Die Besitzer wohnen ganz in der Nähe des Fundortes am Werner-von-Siemens-Ring. Nach dem Volksstimme-Bericht haben sie sich gleich bei uns gemeldet und den ca. 17 Jahre alten Papagei abgeholt", berichtet Andreas Reichardt. Happy-End also in der Ausreißergeschichte um den kunterbunten Kongopapagei, der Aufnahme im städtischen Tierasyl gefunden hatte. Die Besitzer hatten ihn dort nicht gesucht.

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Zahlreiche Fundtiere könnten noch viel schneller wieder an die Eigentümer zurückgegeben werden, wenn diese sich gleich im Tierheim melden würden, sagt Andreas Reichardt. Klar sei: Bei einer Katze, die mal ein paar Tage in der Nachbarschaft spazieren geht, mache man nicht gleich die Pferde scheu und warte erst mal ab. "Wenn aber z. B. ein Hund durch das Loch im Gartenzaun verschwindet und nicht wiederzufinden ist, sollte man sich sofort bei uns melden", so der Tierheimchef. Ein Anruf genüge. "In solchen Fällen braucht der Hund, wenn er gefunden wird, gar nicht erst im Tierheim aufgenommen werden, sondern wir können ihn direkt wieder nach Hause bringen", erzählt Reichardt.

In das Tierheim Magdeburg werden fast täglich neue Hunde eingeliefert. Mehr als die Hälfte davon werde nach Aussage des Tierheimleiters zum Glück wieder abgeholt. Eine Kennzeichnung mit Steuermarke, Chip oder einem Bändchen mit Adresshinweis sei ganz wichtig, um die Zuordnung zu ermöglichen.

"Hat sich der Besitzer nach 10 bis 14 Tagen noch immer nicht bei uns gemeldet, wird klar, dass das Tier ausgesetzt wurde oder der Eigentümer froh ist, dass es wohl nicht wiederkommt ...", so Reichardt. Momentan warten allein mehr als 40 Hunde und noch einmal so viele Katzen auf Vermittlung in eine neue Familie. "Jetzt ist die Zeit, wo auch wieder mehr Katzen zu uns kommen", weiß der Tierheimchef. Neben Hunden und Katzen vermittelt das Tierheim z. B. auch Kaninchen oder Schildkröten. Immer öfter finden hier auch exotische Arten wie Schlangen, Leguane oder Geckos eine Bleibe.

Tierliebe Elbestädter, die mit der Aufnahme eines Tierheimbewohners liebäugeln, sind eingeladen, sich im Heim an der Rothenseer Straße 79/80 persönlich umzuschauen und vielleicht ihr neues Familienmitglied zu finden. Die Besuchs- und Beratungszeiten sind: montags, mittwochs, freitags und samstags von 9 bis 12 Uhr, dienstags und donnerstags von 13 bis 18 Uhr.

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