Der Zensus 2011 beginnt in Magdeburg: Ab heute sind die Interviewer/-innen der Landeshauptstadt unterwegs. Insgesamt werden 8200 Personen in Privathaushalten befragt und 5400 in "nicht sensiblen Sonderbereichen".

Magdeburg. Die ersten Briefe wurden bereits verschickt, doch noch nicht alle. Bis zum 31. Juli ist die Befragung insgesamt möglich. Dazu sind allein in Magdeburg 110 Interviewer/ -innen unterwegs. Ausgewählt wurden diese Frauen und Männer von der Erhebungsstelle im Amt für Statistik. Kriterien waren, so formuliert Stadtpressesprecher Michael Reif: Zuverlässigkeit, Verschwiegenheit, Vertrauenswürdigkeit, gepflegtes Äußeres, gute Deutschkenntnisse und telefonische Erreichbarkeit.

Die Interviewer/-innen klingeln nicht spontan an der Wohnungstür, sondern kündigen sich schriftlich an.

Die Briefe an die auserwählten Auskunftsgeber werden nicht zentral versandt, sondern von den Befragern. Der Umschlag ist zu erkennen u.a. am Absender Zensus, und die Briefe sind handschriftlich adressiert. Das soll dem Schreiben eine persönlichere Note geben, so Michael Reif. Im Umschlag befindet sich eine Terminvergabe-Karte sowie ein Flyer zur Information über den Zensus. Die Befrager informieren über ihren bevorstehenden Besuch und teilen eine Telefonnummer für Rückfragen bzw. Terminvereinbarungen mit. Dort sollten sich die Angeschriebenen innerhalb der folgenden zwei Wochen zur Terminabsprache melden.

Die Teilnahme am Zensus ist Pflicht. Wer sich verweigert, kann mit einer Geldstrafe belegt werden. Dies würde nach Ablauf der Befragungsfrist erfolgen (ab 1. August).

Der Zensus ist eine europaweite Volkszählung. Dabei geht es neben der Einwohnerzahl um Fragen nach Alter, Geschlecht, Familienstand, Staatsangehörigkeit, Migrationshintergrund, Wohnsituation, Bildung und Beruf. Wobei die Angabe zur Religion freiwillig ist, bestätigt Michael Reif.

Die Befrager sind zu strengster Verschwiegenheit verpflichtet und werden ggf. persönlich haftbar gemacht. Persönliche Angaben wie Name, Adresse usw. werden nach der Befragung vom eigentlichen Fragebogen getrennt und dienen lediglich der Übersicht, wer befragt worden ist. Die Bögen werden getrennt aufbewahrt; die persönlichen Daten "schnellstmöglich" vernichtete, heißt es.

Erste Fälschungen

Es werden übrigens keine Fragebögen einfach in den Briefkasten gesteckt. In anderen Städten soll es solche Fälle bereits gegeben haben: Es handelt sich um Fälschungen, teilt das Statistische Bundesamt mit. Diese sind u.a. an den Fragen nach sexueller Orientierung, erblich bedingten Krankheiten, politischer Gesinnung und finanziellen Sachverhalten zu erkennen. Solche Fragen kommen im Zensus-Formular nicht vor. Die Interviewer/-innen sind zur persönlichen Übergabe der Fragebögen verpflichtet. Sie haben einen Zensus-Ausweis. Dieser gilt ausschließlich in Verbindung mit dem Personalausweis, betont Michael Reif.

Per Zufallsprinzip sind in Magdeburg 8200 Privathaushalte für die Befragung ausgewählt sowie 5400 Personen in "nicht sensiblen Sonderbereichen", wie es in der Amtssprache heißt. Zu letzteren gehören z.B. Wohnheime für Studenten oder Lehrlinge, Alten- und Pflegeheime sowie Seniorenresidenzen.

Wenn jedoch z.B. ältere oder kranke Menschen in Pflegeeinrichtungen angeschrieben werden – keine Aufregung! Die Befrager sind angewiesen, in den Sonderbereichen sich vorab zu informieren und zu klären, ob eine Befragung möglich ist bzw. eine andere Person die Auskünfte geben kann.

Wer keinen Fremden in seine Wohnung lassen möchte, kann den Fragebogen auch allein ausfüllen und zur Erhebungsstelle zum Statistischen Amt bringen bzw. per Post zusenden (auf Eigenkosten). Es gibt zudem die Möglichkeit, den Fragebogen online im Internet auszufüllen. Dazu werden von den Interviewern Zugangsdaten mitgeteilt. (Diese Daten werden nicht per E-Mail verschickt!) Die Beantwortung sollte grundsätzlich innerhalb einer Frist von 14 Tagen erfolgen.

Am einfachsten und schnellsten ist das Ausfüllen jedoch gemeinsam mit dem Interviewer. Eine Befragung dauert ca. eine Viertel- bis halbe Stunde in Privathaushalten; in Sondereinrichtungen kürzer.

Die Interviewer/-innen haben zum Zensus und den Fragebögen in Magdeburg eine Schulung erhalten und können Fragen dazu direkt vor Ort beantworten.