Magdeburg. Kaum hat der "Zensus 2011" begonnen, gibt es Verwirrung. So wunderten sich u.a. Rolf Neumann aus Stadtfeld und Falk Nabrich aus Randau, dass sie die Fragebögen nicht persönlich von den Befragern, sondern per Post erhalten haben. Andere Haushalte sind doppelt angeschrieben worden, bei Roland Lischke sind sogar drei Briefe angekommen, darunter für ein Grundstück, das ihm gar nicht gehört. Wie ist das möglich, was steckt dahinter?

Zum einen gibt es verschiedene Zensus-Umfragen. Die Interwiever/-innen, die in der Stadt unterwegs sind, führen die Befragungen zu Privathaushalten und Wohngemeinschaften durch. Dafür sind die Kommunen zuständig (s. Beitrag am Dienstag). Sie haben grüne bzw. violette Fragebögen dabei; diese werden persönlich von den Befragern übergeben.

Zum anderen werden vom Statistischen Landesamt Halle zentral orangefarbene Fragebögen verschickt für die Gebäude- und Wohnungszählung. Diese müssen nicht wie die kommunalen Fragebögen persönlich in die Haushalte gebracht werden. Angeschrieben werden Haus- und Grundstücksbesitzer.

Dass mehrere Leute für dieselbe Wohnung oder dasselbe Grundstück angeschrieben werden, lässt sich leider nicht vermeiden, heißt es vom Statistischen Landesamt. Grund dafür ist u.a. die Gebietsreform der letzten Jahre, erklärt Pressesprecherin Renate Tewes. "Die 700000 Adressen sind noch nicht alle auf dem neuesten Stand." Andererseits wurden verschiedene Quellen für die Ermittlung der Eigentürmer genutzt: Grundsteuer-, Kataster- und Grundbuchstellen sowie Wasserversorger. Wenn es dort Namens- oder Adressabweichungen gab, wurden alle Leute angeschrieben. "Das Amt weiß ja nicht, wie viele Leute dort leben und welche Zuständigkeit es gibt", so Renate Tewes.

Wenn mehrere Fragebögen eingegangen sind, rät die Fachfrau, das Formular auszufüllen, das zutreffend ist. Die anderen Bögen aber nicht wegwerfen, sondern mit dem Vermerk zurücksenden, dass es mehrere Schreiben gab. Sie können per Post geschickt werden an das Beleglesezentrum Systemform, MediaCard GmbH, 96082 Bamberg oder auch im Internet online beantwortet werden.

Das gilt übrigens auch für Leser Lischke und "sein" fremdes Grundstück: Der Fragebogen muss mit dem Vermerk zurück, dass er nicht der Eigentürmer ist. Sonst könnte es zu Mahnungen kommen.

Hier gibt es Auskunft:

Fragen zur Wohnungs- und Gebäudezählung (orangenes Formular): Dafür wurde die kostenfreie Hotline 0800/ 5892145 eingerichtet. Allerdings ist die Leitung begehrt: Allein am Mittwoch hatten die 45 Mitarbeiter/-innen rund 3300 Anfragen. Der Andrang ist so hoch, dass es Wartezeiten gibt.

Bei Fragen zu Haushalten sowohl privat als auch für Wohngemeinschaften (grüne und violette Bögen) wenden Sie sich an den Befrager, der Sie angeschrieben hat (Tel.-Nr. steht auf der Terminvergabekarte) oder ggf. an die kommunale Erhebungsstelle in Magdeburg unter Tel. 540-2308. (Infos auch unter www.zensus2011.de)

 

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