Kliniken und Arztpraxen aus Magdeburg und der Region haben in den vergangenen Monaten zahlreiche medizinische Geräte und Instrumente für Magdeburgs Partnerstadt Saporoshje gespendet. Bevor sich der Transporter der Johanniter mit den medizinischen Hilfsgütern heute auf den Weg ins 1662 km entfernte ukrainische Saporoshje macht, schaute sich die Volksstimme die besondere Fracht an.

Magdeburg. Magdeburgs Wirtschaftbeigeordneter Rainer Nitsche hatte sich zusammen mit Stadtrat Sören Herbst bei einer Reise ins ukrainische Saporoshje im Januar vergangenen Jahres selbst ein Bild der mangelnden Ausstattung in medizinischen Einrichtungen der Stadt und der Umgebung machen können. Das betraf die allgemeine medizinische Ausrüstung wie Funktionsbetten und Liegen, aber auch Röntgen- und Narkosegeräte. "Der Bedarf war offensichtlich", bestätigt auch Olaf Kreutzmann von der Johanniter-Unfall-Hilfe.

So organisierte die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit den Regionalvorständen der Johanniter-Unfall-Hilfe Reinhard Doberenz und Stephen Gerhard Stehli einen Sammeltransport mit medizinischen Hilfsgütern.

In Saporoshje selbst werden Stadtrat Sören Herbst, Olaf Kreutzmann von der Johanniter-Unfall-Hilfe und stellvertretend für die Magdeburger Stadtverwaltung, Dimitrijs Filimonovs die Lieferung offiziell an die Stadt übergeben.

"Zu den gespendeten Geräten und Instrumenten gehören unter anderem Beatmungsgeräte, Überwachungsmonitore, Infusionspumpen, Defibrillatoren, Betten und Stühle, Blutdruckmessgeräte, Tropfständer, Rollatoren, Rollstühle und ein Sonografiegerät", zählt Oberbürgermeister Lutz Trümper die gespendeten Hilfsgüter auf.

"Mein Dank gilt allen Klinken und Arztpraxen, die sich an der Spendenaktion für unsere Partnerstadt Saporoshje beteiligt haben", freut er sich über die gute Resonanz des Spendenaufrufs.

Denn alle gespendeten Geräte und Instrumente der Magdeburger Kliniken und Arztpraxen wurden in den ortsansässigen Einrichtungen nicht mehr gebraucht. Sie waren ausgemusterte Ware und wurden dort lediglich eingelagert", versicherte Melanie Diedrich vom Internationalen Büro für Wirtschaftsförderung.

"Die ukrainischen Standards in medizinischen Einrichtungen sind nicht vergleichbar mit unseren deutschen Standards. Wenn man vor Ort war, sieht man, dass dort dringend Hilfe benötigt wird", erklärt Olaf Kreutzmann die Notwendigkeit des Transportes.

Seit mehr als drei Jahren haben Magdeburg und Saporoshje offiziell eine Städtepartnerschaft. Die Verwaltungen beider Städte sind sehr daran interessiert, die Partnerschaft lebendig und engagiert zu gestalten. Neben wirtschaftlichen und kulturellen Themen soll auch die soziale und medizinsche Unterstützung das Programm der städtepartnerschaftlichen Zusammenarbeit umfassen. Der Hilfsgüter-Transport ist ein guter Start. OB Trümper fasst zusammen: "Den materiellen Wert der gespendeten Ware kann man schwer abschätzen, doch der ideelle Wert ist unersetzlich."