Die vor etwa 10 Jahren von Eon/Avacon von ihrem Ursprungsort in Magdeburg nach Krottorf umgesiedelte einzige Editha-Plastik ist zurückgekehrt. Nach dem Transport aus der Börde vor gut vier Wochen wurde das Kunstwerk zunächst eingelagert. Es soll bald wieder aufgestellt werden – in Magdeburg.

Altstadt. Man habe lange geprüft und sei auch noch nicht zu einem bindenden Ergebnis gekommen. Aber es zeichne sich ab, dass die Plastik durchaus im Umfeld des Möllenvogteigartens aufgestellt werden könnte, sagte gestern Bürgermeister und Kulturdezernent Rüdiger Koch.

Er bestätigte damit zugleich den Hinweis des Lesers Werner Maas, der bei einem Busausflug den Abtransport des Kunstwerkes aus Krottorf zufällig miterlebt hatte. Der Magdeburger kannte auch den Hintergrund: "Unsere Magdeburger Edithafigur wurde vom Bildhauer Hanns Grimm (Schöpfer des Repgow-Denkmals) geschaffen. Sie stand zu DDR-Zeiten etwas wenig beachtet im Editharing neben dem Haus der Energieversorgung. Nach der Wende übernahm die Eon/Avacon dieses Grundstück, zog aber später nach Krottorf. Die Editha-Figur aus Magdeburg nahm Eon einfach mit."

Schon damals hatte es für die Umsiedlung der Editha nicht nur Freude gegeben. Stadtbilderklärerin Christel Hörning begann vor vier Jahren zu recherchieren, um das Geschehen um die "Entführung" und um den Bildhauer Grimm aufzuarbeiten. Gemeinsam mit Werner Kaleschky, Vorsitzender des Kuratoriums Johanniskirche, initiierte sie schließlich die Rückkehr der Plastik.

Rüdiger Koch ist des Lobes voll: Das sei ein schönes Stück Bürgerengagement zum Nutzen der Stadt.

<6>Ronald Dürre vom Kulturbüro und Kenner der Plastiken in Magdeburg freut sich gleichfalls über die geglückte Rückkehr.

<7>Er hatte die gesamte Aktion vor gut vier Wochen begleitet. Dürre: Die Plastik habe tatsächlich Hanns Grimm in den 1930er Jahren geschaffen. Sie soll zunächst direkt am Damaschkeplatz gestanden haben. Erst 1954 wurde die Plastik am Standort Editharing 40 aufgestellt. Im Übrigen, so Dürre, gebe die Plastik Rätsel auf. Zwar sowohl das Landesamt für Denkmalschutz und Archäologie als auch die Untere Denkmalbehörde bezeichnen sie als Editha. Allerdings seien im Stadtarchiv keinerlei Quellen gefunden worden, die beweisen, dass es sich um ein Abbild der Königin handele. Auch Aufzeichnungen von Grimm seien dazu noch nicht gefunden worden. Man werde sich weiter damit befassen.

<8>Christel Hörning wird das mit Sicherheit akribisch tun. Sie ist der Ansicht, auch vor dem Hintergrund des Repgow-Denkmals, dass Grimm durchaus die Königin meinte. Aber dies angesichts des Editha-Booms einfach vorauszusetzen, ginge auch nicht.

Wann die Plastik wieder zu sehen sein wird, ist noch nicht entschieden. Christel Hörning hält anlässlich des Museumstages morgen um 14 Uhr im Museum einen Vortrag über diesen zurückgewonnenen Kunstschatz.

   

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