Das war nichts für schwache Nerven. Der FCM sicherte sich gestern vor 3572 Zuschauern in der MDCC-Arena mit einem knappen, aber verdienten 3:2 (1:0)-Sieg drei wichtige Punkte für den Verbleib in der Regionalliga. Bauer vom Elfmeterpunkt sowie Friebertshäuser und Wolf in der hektischen Schlussphase erzielten die FCM-Tore.

Magdeburg. FCM-Trainer Wolfgang Sandhowe blieb nach der an Spannung kaum zu überbietenden Partie der hartnäckige Optimist: "Ganz locker, wir steigen nicht ab. Papa macht das schon." Seine Elf, die es an Einsatzwillen nicht fehlen ließ und in einigen Situationen sogar erfolgreich kombinierte, hatte den Augenzeugen alles abverlangt: Kapitän Daniel Bauer hatte einen Handelfmeter zum 1:0 (25.) eingehämmert (Gästekeeper Later ahnte die Ecke, war aber machtlos). Mehr Zählbares gelang jedoch nicht. Zum ersten Mal kochten die Emotionen im Rund hoch, als der kleinlich pfeifende Schiedsrichter kurz nach der Pause eine "Schwalbe" des Braunschweigers Latowski im Strafraum mit einem Foulelfmeter "belohnte" (53.). Beinahe hätte FCM-Keeper Matthias Tischer den platzierten Schuss pariert.

Die technisch versierteren Gäste versteckten sich nicht, erarbeiteten sich mehrere Möglichkeiten. Doch ausgerechnet in den 25 Schlussminuten, in denen die Partie deutlich an Fahrt gewann und der FCM auf eine Entscheidung drückte, wurden die Gastgeber in der 74. Minute über vier Stationen klassisch ausgekontert, und Latowski vollendete.

Doch anders als zuletzt, verloren die Elbestädter diesmal nicht den Kopf. Immer wieder angetrieben von Bauer, Rodriguez und Instenberg verlängerte Tobias Friebertshäuser per Kopf, zwei Braunschweiger behinderten sich beim Rettungsversuch, und es stand 2:2 (81.). Die dann folgende Szene bezeichnete Eintracht-Coach Christian Benbennek als "dämlich von uns": Ein grobes Foul von Kragl und eine Tätlichkeit von Latowski im Mittelkreis brachten den Gästen gleich zwei Rote Karten ein. Und der FCM berannte nun im Überzahl das Gästetor. Als zwei Minuten vor dem Abpfiff Denis Wolf aus dem Gewühl heraus einen Abpraller gefühlvoll vollendete, hatte der FCM drei wichtige Punkte auf seinem Konto. "Ein spannendes Spiel, das wir verdient gewonnen haben. Und gerade, als wir zurücklagen, haben wir noch eine Schippe draufgelegt. Wenn wir daran in den nächsten beiden Spielen anknüpfen, dann steigen wir nicht ab", jubelte der Schütze des Siegtreffers.

FCM: Tischer – Köhne, Friebertshäuser, Halke, Rodriguez, Instenberg (67. Biran), Becker, Bauer, Scharlau (76. Sumelka), Wolf, Verkic (76. Georgi)

Braunschweig: Later – Weiß, Skoda, Meier, Kmiec, Lemke (74. Göwecke), Latowski, Celikyurt, Kragl, Kodes, Moritz (85. Papaefthimiou)

Schiedsrichter: Thomsen (Kleve). Zuschauer: 3572. Tore: 1:0 Bauer (25./Handelfmeter), 1:1 Meier (53./Foulelfmeter), 1:2 Latowski (74.), 2:2 Friebertshäuser (81.), 3:2 Wolf (88.). Gelb: Becker, Rodriguez / Kmiec, Moritz. Rot: – / Kragl (85., grobes Foul), Latowski (85., Tätlichkeit)