Magdeburg. Kettensägen, Boote fahren und Funken – das ist schon lange nicht mehr reine Männersache. Auch nicht bei der Magdeburger Ortsgruppe des Technischen Hilfswerkes. Seit die Wehrpflicht zu Jahresbeginn ausgesetzt wurde und darüber kein Nachwuchs mehr die Reihen der ehrenamtlichen Katastrophenschützer verstärkt, muss das THW neue Wege finden, um seine Einsatzstärke zu erhalten – und setzt verstärkt auf weiblichen Nachwuchs.

Ob Bergungsgruppe oder Wasserrettung – "Bei uns gibt es keine Position, auf der keine Frau eingesetzt werden kann", sagt Ortsbeauftragter Axel W. Moch. Im Gegenteil: "Je mehr Frauen, desto besser. Sie bringen eine gefühlsbetonte Denkweise ins THW", findet er. Noch vor zehn Jahren war das vermeintlich schwache Geschlecht ausschließlich in Verwaltung und Küche tätig, heutzutage sind Frauen nicht mehr aus dem Bergungs- und Rettungsdienst wegzudenken.

"Wo kann man schon mal mit einer Kettensäge arbeiten?", fragt Gruppenführerin Sabine Spielvogel. Sie und ihre Kameradinnen (siehe Porträts) sind genauso technikinteressiert wie die Männer, schätzen den familiären Zusammenhalt in der Gruppe und die Möglichkeit, Menschen im Notfall wirkungsvoll helfen zu können.

Inzwischen sind 7 von 60 THW-Aktiven in Magdeburg Frauen – die Quote liegt leicht über dem THW-Bundesschnitt. In der schnell wachsenden Jugendgruppe beträgt der Frauenanteil sogar 37 Prozent, und für die am 21. Mai beginnende Grundausbildung haben sich bereits drei Frauen angemeldet. Sie findet dann jeden dritten Sonnabend im Monat statt, interessierte Frauen und Männer jeden Alters können jeden Mittwoch von 17 bis 19 Uhr beim THW in der Enckekaserne vorbeischauen oder sich unter Tel. 7 34 84 80 melden.

   

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