Regionalligist 1. FC Magdeburg ist bei der Suche nach einem sportlichen Leiter auf der Zielgeraden. Ende der Woche werden sich Aufsichtsrat und Präsidium letztmalig mit der Personalie befassen, ehe der "Neue" seine Unschrift unter den Vertrag setzt. Voraussichtlich am kommenden Montag soll der derzeitige U-23-Trainer von Energie Cottbus, Detlef Ullrich, offiziell beim FCM vorgestellt werden.

Magdeburg. Unterschreibt Detlef Ullrich schon am Freitag beim FCM? Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass der Trainer, der die Cottbuser Energie-Reserve vergangene Saison in die Regionalliga geführt hatte, einzig verbliebener Kandidat für die neue hauptamtliche Funktion an der Elbe ist.

Wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren war, soll es am Freitag zu einer gemeinsamen Sitzung von Aufsichtsrat und Präsidium des FCM kommen. Einziger Tagesordnungspunkt: Unterzeichnung des Arbeitsvertrages zwischen dem Magdeburger Traditionsverein und Ullrich.

Ullrich selbst war gestern nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen.

Anders der Präsident des FC Energie, Ulrich Lepsch. "Wenn Detlef Ullrich einen Vertrag als sportlicher Leiter in Magdeburg bekommt, legen wir ihm keine Steine in den Weg", sagte der Cottbus-Chef gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Auch der noch bis Juni 2012 laufende Vertrag des 55-jährigen Trainers stelle dann kein Hindernis dar. Lepsch: "Sollte der FCM ernsthaftes Interesse an Detlef Ullrich haben, werden wir ihn dabei unterstützen."

Am heutigen Mittwoch hat Ullrich einen Termin beim Energie-Chef …

Die Brisanz des bevorstehenden Wechsels erscheint aus Sicht des FCM einigermaßen nachvollziehbar. Wie ein Insider versicherte, waren die anfänglichen Gespräche mit den ersten Kandidaten Pablo Thiam und Jens Rehhagel – beide Nachwuchs-Koordinatoren beim VfL Wolfsburg bzw. Hannover 96 – recht schnell im Sande verlaufen. Beide Bundesligavereine hatten, nachdem das Ansinnen der Magdeburger publik geworden war, ihre Konditionen für die Betreffenden verbessert …

Vielleicht kommt dem FCM bei der Sportchef-Personalie auch ein wenig der Zufall zu Hilfe. Denn der aufgrund seiner pädagogischen Erfahrung und Fachkenntnisse in der Lausitz durchaus geschätzte Fußball-Lehrer sollte in der neuen Saison die U-17-Junioren betreuen, was dieser jedoch als eine gewisse Degradierung empfand.

Die Energie-Verantwortlichen sehen das anders, wollen die Nachwuchsabteilung neu aufstellen und argumentieren, dass talentierte Jugendliche so früh wie möglich an den Profibereich herangeführt werden sollten, und glaubten, dafür in Ullrich den richtigen Mann zu haben. Letztlich aber kamen beide Seiten nicht auf einen gemeinsamen Nenner, so dass sich der Betroffene offen für andere Aufgaben zeigte.