Magdeburg. Am Ende haben sich wieder alle lieb. Spätestens seit dem rettenden 3:0 am Sonnabend bei Hannover 96 II ist der Zorn bei den "Magdeburger Jungs" – einer Gruppe langjähriger FCM-Anhänger, zum Teil aus der Magdeburger Türsteherszene, die sich die Spieler nach dem desaströsen Havelse-Spiel "vorknöpfen wollten" (Volksstimme berichtete) – verflogen.

Deren Sprecher "Ali" (40), seit über 25 Jahren FCM-Fan, suchte bereits am Freitag am Rande des Verbandsligaspiels MSV Preussen gegen den 1. FC Lok Stendal im Germerstadion das Gespräch mit Trainer Wolfgang Sandhowe, um sich zu entschuldigen. "Natürlich hätten wir den Jungs nie etwas angetan, wären nicht handgreiflich geworden", so Ali, der aber den nicht verwirklichten Plan der "Magdeburger Jungs" erläuterte: "Wir wollten die Mannschaft bei der Videoauswertung besuchen, hätten Trainer, Co-Trainer und Zeugwart Heiko Horner rausgebeten, die Tür von innen zugeschlossen und den Schlüssel aus dem Fenster geworfen. Dann hätten wir mit den Spielern disku- tiert ..."

Ali macht deutlich, dass ihm und seinen Kumpels der FCM sehr am Herzen liegt, sie die Truppe durch die spektakuläre Aktion wachrütteln wollten. Offensichtlich bewirkte wohl schon die Androhung des "Gesprächs" etwas, denn seitdem gewann der Club dreimal in Folge, rettete sich vorzeitig vor dem Abstieg.

"Ali" nach dem Erfolg in Hannover: "Ob es an unserer Ankündigung der Aktion lag, weiß ich nicht. Jedenfalls haben sich die Jungs danach den Arsch aufgerissen und gekämpft. Nach dem 3:0 in Hannover haben sich schon mehrere Spieler bei mir per SMS für das Wachrütteln bedankt."

Zeugwart Horner, mit "Ali" früher im FCM-Fanclub Ankerfront aktiv, habe am Sonnabend nach dem Spiel sogar angerufen und gefragt, ob man den 3:0-Erfolg nicht gemeinsam in Magdeburg feiern könne. Das taten sie denn auch mit "Alis" Hilfe im Magdeburger Szeneclub "First".