Im Zuge der Erweiterung des Schulkomplexes an der Albert-Vater-Straße sollen Gebäude und Umfeld saniert werden. Doch der seit Jahrzehnten beliebte Bolzplatz auf dem Schulgelände soll weiterhin brach liegen. Dagegen wehrt sich jetzt die Schulleitung und findet fraktionsübergreifende Unterstützung.

Stadtfeld-Ost. Die Sonne strahlt, es ist große Hofpause. Gut ein Dutzend Jungen aus der Grundschule fegen über den großen Sandplatz an der Albert-Vater-Straße. Staub wirbelt bei jedem Tritt gegen den Fußball auf. In einem anderen Bereich trocknen hingegen noch Pfützenreste vom letzten Regenguss von vor drei Tagen.

Unhaltbare Zustände findet Schulleiterin Corina Haase. Und sie muss es wissen, schließlich ist sie auch die Sportlehrerin der Grundschule "Am Westernplan". Die Sanierungspläne für ihre Schule verfolgt sie mit Aufmerksamkeit. Vor Kurzem berichtete die Volksstimme über die Vorplanungen der Stadtverwaltung zur Sanierung des Schulgebäudes an der Albert-Vater-Straße.

Stadträte vor Ort

Gestern gab es nun einen Vororttermin mit Stadträten, um diese von der Dringlichkeit der Lage zu überzeugen. Bei Klaus Kutschmann (CDU/BfM) fand Corina Haase gleich ein offenes Ohr. Er hatte bereits tags zuvor auf der Sitzung der AG Gemeinwesenarbeit des Stadtteils seine Unterstützung signalisiert. Er kenne den Platz seit Jahrzehnten und erzählte, dass er schon immer so schlimm aussähe. "Er ist dennoch unverzichtbar", bekräftigte er gestern erneut.

Verzichtbar wären nach Corina Haases Auffassung jedoch das in den derzeitigen Plänen enthaltene "grüne Klassenzimmer" sowie ein befestigtes Kleinspielfeld. Mit einem eigenen Versuch des "grünen Klassenzimmers" hatte man vor einigen Jahren bereits schlechte Erfahrungen gemacht. Das Kleinspielfeld sei schlicht viel zu klein. "Wenn ich mit 25 Kindern Schlagball werfen will, passen die alle dort nicht nebeneinander", beschreibt die Sportlehrerin.

Gute Aussichten

Auch Sven Nordmann (SPD) ließ sich davon überzeugen und versprach schnelle und unkomplizierte Hilfe. Man werde Kontakt mit dem Kommunalen Gebäudemanagement aufnehmen, um die vorläufigen Pläne entsprechend zu ändern. Beziehungsweise um zu schauen, aus welchen Mitteln die ca. 60 000 Euro für eine Befestigung bereitgestellt werden könnten.

"Deshalb ist es von Vorteil, dass wir frühzeitig auf dieses Problem hingewiesen worden sind", erklärte Grünen-Stadtrat Thorsten Giefers. Er fand es zudem gut, dass die Schule den Platz nicht nur für sich nutzen will, sondern auch weiterhin den Stadtfeldern zur Verfügung stellen möchte. "Am Wochenende finden hier sogar kleine private Turniere statt und nachmittags kicken hier oft die Jugendlichen", weiß Corina Haase. Selbst die Kindergärten vom Westernplan kommen gelegentlich vorbei.

Die Grundschüler wollen bei der nächsten Kindersprechstunde Oberbürgermeister Lutz Trümper von der Bolzplatzsanierung überzeugen.

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