Von Uwe Tiedemann

Magdeburg. Vom ersten Tag an (17. März), alsWolfgang Sandhowe das Zepter für den erfolglosen Ruud Kaiser beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg übernahm, stand er unter Druck. Morgen ist das anders. Das letzte Heimspiel der Chaos-Saison 2010/11 gegen Holstein Kiel (13.30 Uhr) kann der 57-Jährige angesichts eines komfortablen Drei-Punkte- und Neun-Tore-Vorsprungs gegen-über dem ersten Abstiegsplatz (TSV Havelse) erstmals ganz entspannt genießen.

So gesehen ist denn der Wunsch Sandhowes auch nur allzu verständlich: "Wir wollen versuchen, offensiv nach vorne zu spielen und uns mit einer ordentlichen Leistung von unseren treuen Fans verabschieden. Nach drei Siegen in Folge gehen wir auf alle Fälle mit breiter Brust in diese Partie."

Nachdem der Klassenerhalt zu 99,9 Prozent feststeht, ist das Arbeiten zwar wesentlich entspannter, allerdings legt der Fußball-Lehrer Wert auf die Feststellung, dass ihm die Arbeit auch während der kritischen Phase stets Spaß gemacht habe. Er spricht diesbezüglich von einer Symbiose, die sich ent- wickelt hat, von einem gegenseitigen Geben und Nehmen, von Moral und Harmonie.

Aber reicht das, um auch im nächsten Spieljahr Cheftrainer des FCM zu bleiben? Diese Frage soll erst nach dem morgigen Kick gegen Kiel beantwortet werden. Sandhowe ist bereit, traut sich die Aufgabe allemal zu und sagt selbstbewusst: "Ich würde dem Verein gerne beweisen, was ich kann." Der neue Sportdirektor Detlef Ullrich hat zwar schon ein konstruktives Gespräch mit Sandhowe geführt, hält sich ansonsten aber (noch) bedeckt. Sollte der gebürtige Münsteraner auf der Kommandobrücke bleiben, so will er vor allem im Angriff den Hebel ansetzen: "Hier müssen wir handeln. Daran führt kein Weg vorbei." Doch derzeit, das weiß auch Sandhowe, "ist das alles Schnee von morgen".

Nun gilt es zunächst einmal, die letzte Hürde gegen Holstein Kiel zu nehmen, bei der Instenberg (Innenbanddehnung) und Biran (Oberschenkelverhärtung) fehlen werden. Letzterer wird sich also mit null (!) Toren vom FCM verabschieden und somit einreihen in die lange Liste von Spielern, die woanders ihre Fähigkeiten durchaus unter Beweis gestellt, aber eben beim FCM so gut wie nichts bewegt haben.