Zum Stadtratsbeschluss zum Schlachthof (siehe auch Volksstimme am Sonnabend) schreibt die IG Innenstadt:

"Der Vorstand der IG Innenstadt begrüßt die Entscheidung des Stadtrates, auf dem Schlachthof-Areal kein weiteres Fachmarktcenter zuzulassen. Die Stadtverwaltung hatte den Stadträten empfohlen, der Ansiedlung von 12 Märkten auf einer Verkaufsfläche von ca. 9000 Quadratmeter zuzustimmen. Die Abgeordneten lehnten dies mit deutlicher Mehrheit ab.

Dies ist aus Sicht der IG Innenstadt auch ein Erfolg einer breiten Front der Kritiker. So hatten sich neben der IG Innenstadt auch die IG Stadtfeld, die IHK und "Pro Magdeburg" gegen die Ansiedlungspläne ausgesprochen. Vor allem, weil sie mit diesem offensichtlichen Verstoß gegen das Märktekonzept weitere dann nicht mehr zu verhindernde Ansiedlungen fürchteten.

Zudem waren sich die Gegner sicher, dass die Ansiedlung zu massiven Umsatzverlagerungen zu Ungunsten der Innenstadt und der Stadtteilzentren geführt hätte. Eine Äußerung von CDU-Stadtrat Wigbert Schwenke während der Debatte ("Ein Fachmarktzentrum am Schlachthof wird keineswegs zu Problemen beim innerstädtischen Einzelhandel führen!") stößt auf Widerspruch der Branche: Wir wissen nicht, woher Herr Schwenke sein Halbwissen bezieht, aber er hätte sich nur einmal die Mühe machen müssen, beim Einzelhändler seiner Wahl nachzufragen.

Der hätte ihm garantiert erzählt, dass mehr Geschäfte nicht zu mehr Geld bei der Kundschaft führen, sondern lediglich zu einer Umverteilung der Kaufkraft in Magdeburg."

Aus Sicht der IG Innenstadt müssen aus der Stadtratsentscheidung auch die Stadtplaner endlich lernen, dass sie städtebauliche Probleme nicht mit Einzelhandelsansiedlungen lösen können.

Es gibt intelligentere Lösungen, die nachhaltig und deutlich schöner für die Stadtentwicklung sind."

Die kontroverse Debatte der vergangenen Wochen um die Ansiedlungspläne haben nach Informationen der IG Innenstadt auch dazu geführt, dass Investoren auf das Schlachthof-Areal aufmerksam geworden sind.

Das ist eine große Vermarktungschance für den Grundstückseigentümer, der ja nicht mit der Saller-Gruppe identisch ist. Wenn der Eigentümer marktgerechte und keine Münchner Grundstückspreise fordert, dann hat das Gebiet eine große Chance für attraktiven Wohnungsbau.

Dann könnte auch den Intentionen des Denkmalschutzes Rechnung getragen werden, z.B. wenn man für Wohnbebauung Klinkerfassaden vorschreibt und den historischen Gebäuden interessante Nutzungsvarianten anbietet – wie zum Beispiel das Berliner Meilenwerk. "

Arno Frommhagen

Sprecher der IG Innenstadt