Mannheim - Der "Alpenvulkan" hat seine Anziehungskraft nicht verloren. 1348 Tage nach seinem Abschied vom Eishockey wollten sich rund 600 Zuschauer den ersten Auftritt von Hans Zach auf dem Eis nicht entgehen lassen.

Immer wieder suchte die neu verpflichtete Trainer-Legende in einer Nebenhalle der SAP Arena das Gespräch mit den Spielern der Adler Mannheim.

Mit der nötigen Konsequenz will der 64-jährige Bad Tölzer den verunsicherten Sechsten aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wieder in die Erfolgsspur führen. "Ich bin bekannt für eine klare Ansprache", machte Zach bei seiner Vorstellung klar. In erster Linie will der frühere Bundestrainer seinen neuen Spielern Selbstvertrauen vermitteln. Und das schleunigst.

Wie effektiv Zachs Soforthilfemaßnahmen sind, wird sich bereits am Freitag beim Gastspiel bei den Krefelder Pinguinen zeigen. Es ist die erste DEL-Vorstellung eines der markantesten Gesichter des deutschen Eishockeys seit dem Gewinn der Meisterschaft mit den Hannover Scorpions Ende April 2010. Danach hatte sich Zach in den Ruhestand verabschiedet. "Ich werde auf alle Fälle eine Pause einlegen, mich durchchecken lassen und dann mal sehen", hatte er damals verkündet. Aus einer Pause wurde eine Art Abschied.

Zach hat das Eishockey-Geschehen natürlich weiter verfolgt. In dieser Saison hat sich die Ikone aber gerade mal drei DEL-Partien live angesehen. Für einen Mann seines Kalibers muss das reichen. Auf die Frage, warum er nochmal solch eine Herausforderung annehme, antwortete Zach: "Wenn ich mir das antun müsste, würde ich mir das nicht antun." Mannheim ist für ihn eine reizvolle Aufgabe.

Bedenkzeit hatte sich Zach aber sehr wohl erbeten. Nach der Trennung des langjährigen Coaches Harold Kreis an Silvester kontaktierte Gesellschafter Daniel Hopp umgehend den "Alpenvulkan", wie Zach seine Autobiografie überschrieb. Als Ehefrau Slada dann am Mittwochmorgen ihr Okay gab, griff Zach zu und brachte seinen langjährigen Assistenten Markus Berwanger gleich mit.

Zach ist ein Eishockey-Fachmann, leidenschaftlich und bisweilen aufbrausend. Zu seiner ersten Einheit wurde er von den Fans mit Applaus begrüßt. Die Spieler hörten ihrem ganz in Schwarz gekleideten Chef zu, sie glauben an seine Fähigkeiten. "Bei Hans Zach ist es nicht einfach, aber man weiß, wo man dran ist", sagte Stürmer Christoph Ullmann. Er muss es wissen, schließlich erlebte er Zach Anfang der 2000er Jahre als Trainer bei den Kölner Haien. Und dort wurden Erfolge gefeiert.