Magdeburg - Die Zahl der von der Polizei in Sachsen-Anhalt erfassten Ladendiebstähle dürfte 2013 weiter leicht gesunken sein. Der Trend der vergangenen Jahre halte weiter an, teilte das Landeskriminalamt auf dpa-Anfrage mit. Die Zahl der registrierten Fälle sank Ende Oktober im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum erneut. Konkrete Zahlen liegen noch nicht vor.

Schon 2012 wurden zwischen Arendsee und Zeitz mit 11 980 Ladendiebstählen 107 weniger als 2011 angezeigt. Schwerpunkte sind nach Einschätzung er Polizei die beiden Großstädte Halle und Magdeburg. Auch im Salzlandkreis und im Harz griffen Diebe besonders gern in die Regale. Die Aufklärungsquote der erfassten Fälle lag 2012 bei 93,9 Prozent.

Nach Angaben eines Polizeisprechers muss aber berücksichtigt werden, dass die Zahl der nicht entdeckten Diebstähle hoch sei. Außerdem spiele es eine Rolle, ob der Einzelhandel in jedem Fall auch tatsächlich eine Anzeige erstatte. Im bundesweiten Vergleich liegt Sachsen-Anhalt bei den erfassten Taten an zehnter Stelle.

Der Landesgeschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen-Anhalt, Knut Bernsen, beklagt die nach wie vor hohe Dunkelziffer bei Ladendiebstählen. Er hält nicht viel davon, Städte wie Magdeburg oder Halle als "die Hochburgen" des Ladendiebstahls zu stigmatisieren. Dort sei vor allem die Zahl der tatsächlich angezeigten Taten hoch.

Bernsen geht davon aus, dass vor allem Parfüm, Rasierklingen, Handys, Spirituosen und Tabakwaren bei Dieben beliebt sind. Zu den Rennern gehörten nach wie vor Textilien. Neben teuren Marken würden Accessoires wie Brillen, Tücher und Modeschmuck gestohlen.

Der Geschäftsführer räumte zudem ein, dass nicht nur Kunden sondern auch Angestellte der Geschäfte "einkaufen ohne zu bezahlen". Er nannte es zunehmend schwierig, gegen organisierte Kriminelle vorzugehen, die besonders einfallsreich agierten.

Letztlich jedoch kämen alle Kunden für die Kosten notwendiger Sicherungsmaßnahmen des Einzelhandels auf. Ganz gleich ob Ladendetektive oder Überwachungskameras, ihr Einsatz verteuere die Waren.

Das Bildungszentrum des Einzelhandels Sachsen-Anhalt in Neu Königsaue bei Aschersleben hat sich auf das Thema Ladendiebstähle eingestellt. Im Rahmen der Weiterbildung für Angestellte werden entsprechende Schulungen angeboten, sagte die Leiterin Weiterbildung, Iris Richter. Dabei gehe es unter anderem um Themen wie die Rechte bei Taschenkontrollen und den Umgang mit ertappten Dieben. Die Nachfrage nach solchen Seminaren sei jedoch eher verhalten. Als eine Ursache sieht Richter, dass viele Händler Ladendiebstähle als sensibles Thema ansehen und den offensiven Umgang damit scheuten.