Dessau-Roßlau - Rund 400 Menschen haben am Dienstag zum neunten Todestag des Asylbewerbers Oury Jalloh in Dessau-Roßlau für eine vollständige Aufklärung des Falls demonstriert. Am Hauptbahnhof wurden zudem Fotos und Kerzen aufgestellt. Am Morgen war bereits vor dem Polizeirevier Dessau an Jalloh erinnert worden. Der Mann aus Sierra Leone war am 7. Januar 2005 bei einem Brand in einer Gewahrsamszelle ums Leben gekommen. Die genauen Umstände sind bis heute nicht geklärt. Ein damals diensthabender Polizist wurde 2012 wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 10 800 Euro verurteilt.

Eine Initiative zum Gedenken an den Asylbewerber geht von einem Tötungsdelikt an Jalloh aus. Die Aktivisten hatten 2013 auf Grundlage eines von ihnen in Auftrag gegebenen Gutachtens Anzeige bei der Bundesanwaltschaft wegen Mordes gestellt. Noch nicht entschieden sei, ob es diesbezüglich Ermittlungen geben soll, hieß es von der Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau.