Berlin - Unter strenger Geheimhaltung hat die Bundesrepublik bis 1989 rund 250 000 Deutschstämmige aus dem kommunistischen Rumänien freigekauft. Die Geheimsache "Kanal" war 1968 angelaufen, Deutschland zahlte einen Milliardenbetrag, heißt es in einem Dokumentarfilm, der am Mittwochabend vorab in Berlin gezeigt wurde. Mit der Dokumentation werde ein weitgehend unbekanntes Kapitel beleuchtet, teilte die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit.

Der damalige Verhandlungsführer, Heinz-Günther Hüsch, der in dem Film zu Wort kommt, sagte vor dutzenden Zuschauern, an das Regime von Nicolae Ceausescu sei in den 22 Jahren eine Summe zwischen einer und drei Milliarden D-Mark geflossen. Wo das Geld blieb, sei bis heute nicht eindeutig geklärt. Deutschland habe eine große humanitäre Leistung vollbracht. "Es war richtig so." Auch Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) kam zu der Voraufführung - aus "persönlicher Verbundenheit" mit Hüsch, wie Gröhe der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Der 45-minütige Streifen des Mitteldeutschen Rundfunks "Deutsche gegen Devisen - Ein Geschäft im Kalten Krieg" wird am 13. Januar um 23.30 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

Von den Freikäufen hätten selbst im früheren Innenministerium in Bonn nur wenige gewusst, berichtete der frühere Anwalt Hüsch. In dem Film von Razvan Georgescu kommen auch ausgereiste Rumäniendeutsche zu Wort.