Dallas - Auch in seiner 16. NBA-Saison lässt Dirk Nowitzki mit 35 Jahren keinerlei Altersschwäche erkennen. Beim 110:97 über die Los Angeles Lakers trumpfte der Würzburger erneut als bester Werfer der Dallas Mavericks auf.

Nowitzki führte sein Team mit 27 Punkten zum ersten Heimerfolg nach vier Pleiten in Serie vor eigenem Publikum. "Wir mussten die Blutung stoppen", sagte der deutsche Basketball- Superstar erleichtert und zeigt sich im Interview der Deutschen Presse-Agentur "eigentlich zufrieden" mit der bisherigen Saisonleistung der Texaner: "Trotzdem haben wir einige Spiele unnötig verloren. Ich hoffe, wir können uns im Saisonverlauf bis zu den Playoffs noch einmal steigern."

Offensiv überzeugen die Mavs als zehntbestes Team der NBA, auch Nowitzki profitiert von den "sehr wertvollen" Neuzugängen Jose Calderon oder Monta Ellis, der gegen die Lakers mit zehn Punkten nacheinander im Schlussviertel glänzte. "Meine Rolle hat sich durch ihn etwas verändert. Er ist ein konstanter Scorer und ich kann mich auf andere Aspekte meines Spiels konzentrieren", beschreibt Nowitzki das neue Zusammenspiel und die "komplett neue Mannschaft. Von daher müssen wir uns vor allem defensiv noch finden."

Dies ist auch nach knapp der Hälfte der Saison noch nicht gelungen: In der Verteidigung rangieren die Mavs nur auf Rang 21 der nordamerikanischen Profiliga, so dass es derzeit zwar für den achten und letzten Playoff-Platz in der Western Conference reicht, aber größere (Meister-)Ambitionen derzeit illusorisch wirken.

Wichtigster Faktor für den Teamerfolg bleibt Nowitzki. Nach einigen gesundheitlichen Problemen in der vergangenen Saison hat er in dieser Spielzeit bislang nur eine Partie wegen Magen-Darm-Problemen verpasst. Das im Sommer 2012 operierte Knie bereitet keine Schwierigkeiten mehr. "Ich habe im Sommer viel Arbeit reingesteckt und fühle mich sehr gut", sagt der 2,13-Meter-Riese, der dieses Jahr ein "ganz besonderes" erstes Weihnachtsfest als Familienvater in Dallas feiern durfte.

Speziell und "eine tolle Sache" wäre für ihn auch eine zweite Olympia-Teilnahme in Rio de Janeiro 2016 nach den Spielen von Peking 2008. "Aber darüber mache ich mir im Moment keine Gedanken. Ich konzentriere mich auf die aktuelle NBA-Saison", betont Nowitzki.

In dieser sieht Dwane Casey, Coach der Toronto Raptors, Nowitzki sogar wieder in der Form des Meisterjahres 2011: "Ich habe bei ihm noch keinerlei Zeichen eines Verfalls gesehen", sagte der frühere Defensivtrainer der Mavs. "Er ist immer noch einer der Elitespieler in unserer Liga." Mit 21,1 Punkten pro Partie liegt Nowitzki nur 1,5 Zähler unter seinem Karriereschnitt, bei der Feldwurfquote spielt er sogar die drittbeste Saison seiner langen Laufbahn und versenkt fast jeden zweiten Versuch (49,4 Prozent).

"Er ist einer der größten Spieler in der Geschichte dieses Spiels", hatte auch Dallas-Chefcoach Rick Carlisle diese Saison betont. "Der Junge hat das Spiel mit seiner Art verändert. Er hat das Spiel eines Power Forwards für immer verändert und das spiegelt sich im modernen Spiel heute wieder."

Inzwischen gibt es eine Vielzahl an großen Hünen, die immer wieder zur Dreierlinie absinken und sicher aus der Distanz treffen. Sein einbeiniger Wurf im Rückwärtsfallen wird schon längst von Topstars wie Kevin Durant imitiert - einzigartig bleibt für Carlisle nur das Original: "Er ist der großartige Dirk Nowitzki."