Düsseldorf - In Sachsen-Anhalt sind im deutschlandweiten Vergleich besonders viele Kinder und Jugendliche von Armut bedroht. 29,2 Prozent leben unter der Einkommensschwelle, wie aus einer Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervorgeht, die am Donnerstag in Düsseldorf veröffentlicht wurde. Allerdings stellten die Forscher eine Verbesserung der Situation seit dem Jahr 2005 fest. Das Armutsrisiko sei in Sachsen-Anhalt um 4,6 Prozentpunkte gesunken.

Deutschlandweit ist der Studie zufolge fast jedes fünfte Kind (18,9 Prozent) von Armut bedroht. Dabei ist die Armut von Kindern und Jugendlichen in Ostdeutschland mit 26,3 Prozent deutlich höher als im Westen mit 17,4 Prozent.

Die Autoren werteten für ihre Studie den Mikrozensus aus dem Jahr 2012 sowie Befragungen für das Panel Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung (PASS) aus dem Jahr 2011 aus. Als armutsgefährdet gilt nach wissenschaftlicher Definition, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Netto-Einkommens zur Verfügung hat. Für ein Elternpaar mit einem Kind unter 14 Jahren liegt die Armutsschwelle derzeit bei 1564 Euro im Monat.