Stolberg - Rund einen Monat nach der Entdeckung von 67 eigentlich zur Seebestattung vorgesehen Urnen im Haus eines früheren Bestatters im Südharz ist die Asche der Toten noch immer nicht dem Meer übergeben worden. Nach der Aufdeckung des Falles in der Ortschaft Stolberg hatte der geständige ehemalige Bestattungsunternehmer zugesagt, für die Seebestattung zu sorgen. Einen Termin dafür gebe es aber noch nicht. "Er ist am organisieren", sagte Vize-Bürgermeisterin Anja Wöbken am Donnerstag auf Anfrage.

Der ehemalige Chef eines Beerdigungsunternehmens hatte bei der Staatsanwaltschaft Halle gestanden, das Geld für die Seebestattungen kassiert zu haben, ohne die Urnen tatsächlich dem Meer übergeben zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen gewerbsmäßigen Betrugs.

Die Urnen sind den Angaben Wöbkens zufolge inzwischen aus dem Haus herausgebracht worden und werden an einem anderen Ort würdevoll gelagert. Darüber hatte Anfang der Woche bereits die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet.