Magdeburg (dpa) l Bunt statt braun: Mit zahlreichen Aktionen wollen die Stadt Magdeburg und ein Bündnis gegen Rechts am kommenden Samstag (18. Januar) gegen den jährlichen Aufmarsch von Neonazis protestieren. Bereits zum sechsten Male gibt es dazu am Breiten Weg eine "Meile der Demokratie", wie die Initiatoren mitteilten. Doch auch in anderen Stadtteilen sind Aktionen geplant, bei denen die Magdeburger ihren friedlichen Protest zum Ausdruck bringen wollen. Dazu zählen kulturelle Darbietungen und Diskussionsrunden.

Auf der Auftaktkundgebung für ein demokratisches und offenes Magdeburg vor dem Hauptbahnhof wird unter anderem Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) sprechen. Er appellierte an die Einwohner der Landeshauptstadt zur Teilnahme am friedlichen Protest gegen den Nazi-Aufmarsch. "Wir wollen zeigen, dass Magdeburg tolerant und weltoffenen ist."

Im vergangenen Jahr waren 10 000 Menschen dem Aufruf gefolgt. Auslöser für den Protest ist der jährliche Aufmarsch von Rechtsextremen zum Jahrestag der Bombardierung Magdeburgs am 16. Januar 1945. 2500 Menschen kamen damals ums Leben. Große Teile der Stadt lagen in Schutt und Asche

Angaben über die Zahl der angemeldeten Rechtsextremen aus ganz Deutschland wollten Polizei und Stadtverwaltung noch nicht machen. Im vergangenen Jahr waren knapp 900 Neonazis durch Magdeburg marschiert. Um Ausschreitungen zu verhindern, wird die Polizei mit einem Großaufgebot präsent sein.