Zürich - Da konnte sich auch Jupp Heynckes ein Schmunzeln nicht verkneifen. Schon Stunden vor dem großen und emotionalen Moment als Welttrainer 2013 auf der Bühne der glamourösen FIFA-Gala bekam Münchens Triple-Trainer a.D. eine Lobpreisung von unerwarteter Stelle.

Ausgerechnet Jürgen Klopp, geschlagener Dauerrivale aus Dortmund in der Münchner Supersaison, stellte unmissverständlich fest: "Das war die großartigste Leistung eines Trainers, an die ich mich erinnern kann", betonte Klopp am Montag in Zürich über das beeindruckende Jahr von Heynckes mit dem FC Bayern München in der Vorsaison - gekrönt vom Champions-League-Sieg in London gegen Klopps Borussia.

"Ich freue mich, dass ich meine Laufbahn mit so einer Auszeichnung krönen kann. Es ist etwas, dass ich mir vor zehn Jahren nicht erträumt habe", sagte Heynckes in seiner Dankesrede.

"Ich gönne ihm das von Herzen. Ich hoffe, dass die Leute so viel Sachverstand bewiesen haben und ihm diesen Preis verliehen haben", sagte Klopp vor der Zeremonie - und wurde in seiner Einschätzung bestätigt. Vor Sir Alex Ferguson und Klopp selbst wurde Heynckes von den Nationaltrainern und -Kapitänen aus aller Welt zum besten Trainer 2013 gekürt - als erster deutscher Fußball-Coach überhaupt. In den Vorjahren hatten José Mourinho (2010), Heynckes heutiger Nachfolger beim FC Bayern, Pep Guardiola (2011) und Spaniens Nationalcoach Vicente del Bosque (2012) die Auszeichnung erhalten.

Der 68-jährige Heynckes - im selbst erklärten Ruhestand - wirkte ein wenig angespannt, als er vor der Weltpresse nochmals sein Geheimrezept erklären sollte. Eine Eloge auf den FC Bayern als Premiumclub folgte, ganz als stünde er noch mitten drin im Alltagsbetrieb an der Säbener Straße. Klopp neben ihm, extra für einen Tag aus dem BVB-Trainingslager in La Manga eingeflogen, sah irgendwie viel mehr nach Urlaub aus als Heynckes.

"Natürlich freue ich mich über den Titel, das ist doch selbstverständlich", sagte Heynckes. "Ich habe in fast 50 Jahren im Fußball alles erlebt, natürlich ist es schön, heute hier zu sein", sagte er. Klopp hatte sich überhaupt keine Siegchancen ausgerechnet. "Ich bin eigentlich nur hier, um dem Jupp als einer der ersten gratulieren zu können", scherzte er.