Magdeburg - Die Stadt Magdeburg hat angesichts eines geplanten Aufmarsches von Neonazis an diesem Samstag zu friedlichen Protesten aufgerufen. "Mit der sechsten Meile der Demokratie werden die Magdeburger auf ein Neues eindrucksvoll beweisen, dass sie für Toleranz und Weltoffenheit stehen", sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) am Montag. 160 Vereine, Bands und Kultureinrichtungen wollen dort ein Zeichen gegen Rechts setzen.

"In diesem Jahr wird die Meile im Zentrum Magdeburgs um zahlreiche Meilensteine in den Stadtteilen erweitert", sagte Christine Böckmann vom Bündnis gegen Rechts. So gebe es die Ausstellungen "Hass vernichtet" und "Jüdisches Leben in Magdeburg bewahren", die Vorstellung von Kampfkünsten sowie Lesungen, Mahnwachen und Friedensgebete.

Im vergangenen Jahr waren 10 000 Menschen dem Aufruf der Stadt und des Bündnisses gefolgt. Auslöser für den Protest ist der jährliche Aufmarsch von Rechtsextremen zum Jahrestag der Bombardierung Magdeburgs am 16. Januar 1945. Etwa 2500 Menschen kamen damals ums Leben. Große Teile der Stadt lagen in Schutt und Asche.

Laut Polizei werden etwa 900 Neonazis aus ganz Deutschland in Magdeburg erwartet. Rund 40 Anmeldungen für Gegendemonstrationen liegen vor. Um Ausschreitungen zwischen Angehörigen der rechten und der linken Szene zu verhindern, werden 2500 Beamte präsent sein. Verstärkung bekommt Sachsen-Anhalt aus anderen Bundesländern, so aus Niedersachsen, Thüringen und Sachsen. Der Polizeieinsatz 2013 kostete etwa 2,2 Millionen Euro. "In diesem Jahr wird er bestimmt nicht billiger", sagte ein Sprecher.