Magdeburg - Beim Magdeburger Bio-Ölwerk sorgen sich die rund 140 Mitarbeiter angesichts der Drohung der Muttergesellschaft Prokon mit einer Insolvenz um ihre Zukunft. Die Produktion laufe allerdings normal weiter, sagte der Assistent der Geschäftsführung, Denny Grasmé, am Montag auf Anfrage. "Noch ist alles in Ordnung." Das Werk sei zurzeit auch nicht auf Finanzhilfen der Muttergesellschaft angewiesen. "Wir sind soweit, dass wir auf eigenen Füßen stehen."

Das Ölwerk verarbeitet den Angaben zufolge pro Tag rund 2000 Tonnen Raps, das Material entspricht einem Wert von rund einer Million Euro. Die Jahreskapazität liegt bei 700 000 Tonnen Raps. Daraus werden rund 233 000 Tonnen Öl gewonnen, unter anderem für Biodiesel. Die Reste aus der Ölgewinnung werden zu Tierfutter weiterverarbeitet. 2012 war nach Investitionen in Höhe von rund 70 Millionen Euro die dritte Anlage in Betrieb genommen worden. Damit ist der Magdeburger Hansehafen einer der größten Pflanzenölproduzenten Deutschlands.

Prokon hatte Geld von Zehntausenden Kleinanlegern eingesammelt und jährliche Zinszahlungen von bis zu acht Prozent zugesagt. Das Geld wurde unter anderem in Windanlagen und in das Ölwerk investiert. Am Wochenende war bekanntgeworden, dass das Unternehmen mit der Insolvenz drohte, wenn Anleger weiter massiv Geld abzögen. Dies war von Anlegerschützern als "Erpressung" kritisiert worden. Vergangenes Jahr hatte Prokon nach eigenen Angaben rund 330 Millionen Euro an Zinsen ausgeschüttet, gleichzeitig lief aber ein Verlust von knapp 210 Millionen Euro auf.