Wittenberg/Dessau-Roßlau - Gegen einen 48-jährigen Mann, der sich selbst als Herrscher eines "Königreiches Deutschland" in Wittenberg sieht, ist Anklage erhoben worden. Dabei gehe es um das vorsätzliche Betreiben ungenehmigter Versicherungsgeschäfte, sagte der Sprecher des Landgerichts Dessau-Roßlau, Frank Straube, am Dienstag und bestätigte damit entsprechende Presseberichte. Konkret würden dem Mann Verstöße gegen das Versicherungsaufsichtsgesetz zwischen Juni 2009 und Juni 2011 vorgeworfen. Er soll in dieser Zeit 364 000 Euro von "Beitragszahlern" eingenommen haben.

Wegen des Betreibens einer eigenen Krankenkasse, aber auch wegen eigenmächtiger Bankgeschäfte war der Angeklagte schon in der Vergangenheit mit den Behörden in Konflikt geraten. Für das Verfahren vor dem Amtsgericht Dessau-Roßlau gebe es noch keinen Hauptverhandlungstermin, sagte Straube. In einer zweiten Anklage wird dem Beschuldigten das Fahren ohne Fahrerlaubnis in acht Fällen vorgeworfen. Die Verstöße kamen dem Gerichtssprecher zufolge im Zeitraum Oktober 2012 bis September 2013 vor.

Nach Angaben seiner Internetseite hatte sich der Angeklagte im September 2012 angeblich von seinen Anhängern zum "obersten Souverän" des "Königreiches Deutschland" krönen lassen. Dort ist auch die Rede von einer eigenen Währung, Verfassung und einem "Reichsgesetzblatt".