Kuwait-Stadt - Am Ende der ersten Arbeitswoche 2014 waren alle kaputt, auch der heisere Pep Guardiola. "Vielen Dank an meine Spieler", sagte der Trainer vor dem Heimflug des FC Bayern aus Kuwait-Stadt nach München.

Das 8:0 am Vorabend im Testspiel gegen den Kuwait Sporting Club beim Zwischenstopp aus dem Fußball-Wintercamp in Katar war der gelungene Abschluss "der ersten Phase unserer Vorbereitung auf die Rückrunde", wie der Coach erklärte. Guardiola blickt optimistisch auf sein zweites Halbjahr beim Club-Weltmeister: "Bis jetzt ist alles unter Kontrolle. Wir können Vollgas machen in den nächsten dreieinhalb, vier Monaten."

Bundesliga, Champions League, DFB-Pokal - die Bayern blasen nach dem vergangenen Fünf-Titel-Jahr schon wieder zum Angriff. Die ersten Spiele im neuen Jahr wurden gleich wieder gewonnen, 2:0 in Doha gegen den sudanesischen Meister Al-Merrikh SC, viermal so hoch gegen Kuwait SC. "Wir sind gerüstet für den Rückrundenstart", bilanzierte Thomas Müller, der gegen die Kuwaitis wie die gleichfalls zur Pause eingewechselten Mario Götze und Thiago doppelt traf. Claudio Pizarro und Nachwuchsstürmer Julian Green waren die weiteren Torschützen in "The big game", wie das Spiel in Kuwait-Stadt tituliert wurde.

"Wir haben super gearbeitet", resümierte auch Matthias Sammer. Aber natürlich hob der Sportvorstand mahnend den Zeigefinger. "Wir müssen auf der Hut sein. Wir wurden nur bedingt gefordert in den Spielen. Von den Siegen sollten wir uns nicht blenden lassen."

Bis auf die Ärgernisse, dass Bastian Schweinsteiger nach seiner Sprunggelenksoperation noch nicht wie erhofft ins Teamtraining zurückkehren konnte und Franck Ribéry am Montagabend die Krönung bei der Weltfußballerwahl versagt blieb, begann das neue Jahr bestens. Götze, Thiago und auch Javi Martínez konnten nach vielen Verletzungsproblemen in der ersten Saisonhälfte in Katar voll trainieren und nähern sich einer Topverfassung. Auch Arjen Robben sieht sich nach seiner Knie-Blessur "immer näher" an einem Comeback. Der Test in Kuwait kam "noch zu früh für mich", sagte der Holländer.

"Ich freue mich, diese Spieler zu trainieren", sagte Guardiola. "Ich möchte sie weiterbringen." Der Spanier sieht den seit 41 Spielen in der Bundesliga ungeschlagenen Tabellenführer auf einem guten Weg: "Ich bin sicher, dass wir in Zukunft noch weitere Schritte nach vorne machen und uns weiterentwickeln werden."

Praktisch alles, was die Profis auf den feinen Rasenplätzen der "Aspire Academy" in Doha taten, erledigten sie mit dem Spielgerät. Denn um den Ball dreht sich alles bei Guardiola, der betonte: "Wir sind Fußballspieler. Die Spieler wollen mit dem Ball spielen." Er könnte locker zwei Topformationen aus seinem Luxuskader bilden.

Trotz des überragenden Jahres 2013 sieht der weiterhin auch im defensiven Mittelfeld vorgesehene Philipp Lahm Steigerungspotenzial. "Wir spielen dominant, aber wir haben noch Phasen drin, in denen wir unsere Gegner wieder ins Spiel zurückfinden lassen", sagte der Kapitän. Die Generalprobe vor dem Rückrundenstart absolvieren die Bayern am Samstag beim österreichischen Topclub Red Bull Salzburg.

Sechs Tage später folgt beim heimstarken Tabellendritten Borussia Mönchengladbach der erste Ernstfall 2014. "Viele sagen, die Bayern sind schon weg", bemerkte Nationalspieler Jérome Boateng angesichts des komfortablen Sieben-Punkte-Vorsprungs auf den ersten Verfolger Bayer Leverkusen, "aber davon dürfen wir uns nicht einlullen lassen. Wir müssen weiter Gas geben." Wie im Trainingslager in Katar.