Frankfurt/Main - Im Osten Deutschlands ist die Zahl der Organspenden 2013 weiter gesunken - in anderen Regionen Deutschlands aber noch viel drastischer. Einen Grund für die "dramatische Entwicklung" sieht die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) im Skandal um Manipulationen bei Organtransplantationen.

In der Region Ost (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) wurden im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen 106 Organspender und 335 postmortal - also nach dem Tod - gespendete Organe gezählt, wie die DSO am Mittwoch in Frankfurt/Main mitteilte. 2012 waren es 119 Spender und 374 gespendete Organe gewesen. Im Ergebnis ging die Zahl der Transplantationen postmortal gespendeter Organe in den drei Ländern deutlich von 402 auf 281 zurück.

Bundesweit brach die Zahl der Spender 2013 im Vergleich zum Vorjahr um rund 16 Prozent auf 876 ein - das ist der niedrigste Wert seit der Verabschiedung des Transplantationsgesetzes 1997. Die Zahl der gespendeten Organe sank um 13,6 Prozent auf 3034. Die DSO sprach von einer "erschütternden" Jahresbilanz. DSO-Vorstand Rainer Hess warb um Vertrauen in die gesetzlichen Regelungen. "Kein Patient muss in Deutschland befürchten, wegen einer Organspende von den Ärzten zu früh aufgegeben zu werden", erklärte er. Laut DSO hoffen in Deutschland etwa 11 000 Menschen auf ein Spenderorgan.