La Manga - Ilkay Gündogan musste vorzeitig die Koffer packen, Nuri Sahin brach sich das Nasenbein. Die Hoffnungen von Borussia Dortmund auf ein Ende der Verletzungsmisere erweisen sich mehr und mehr als Wunschdenken.

Bereits am drittletzten Tag des Trainingslagers in La Manga reiste Nationalspieler Gündogan wegen einer Bronchitis ab. Seinem Mittelfeldkollegen Sahin verordneten die Teamärzte vorerst eine Pause bis einschließlich diesem Donnerstag. "Das sind natürlich keine guten Nachrichten", klagte Trainer Jürgen Klopp.

Vor allem die anhaltende Leidenszeit von Gündogan schlug dem Fußball-Lehrer aufs Gemüt. Seit mehr als fünf Monaten stand der Dortmunder Mittelfeldstratege wegen eines Rückenleidens nicht mehr auf dem Platz. Ein Comeback des Pechvogels zum Rückrundenstart gegen Augsburg hält Klopp für unwahrscheinlich: "Er konnte hier nicht mittrainieren, da haben wir gesagt, dass er auch nach Hause fahren kann und dort eine eingehende Blutuntersuchung machen kann. Wir hätten ihn zum Rückrundenstart gern dabei gehabt. Es deutet sich an, dass das nicht gehen wird."

Zudem erwischte es Sahin: Dem defensiven Mittelfeldspieler musste nach der morgendlichen Übungseinheit die gebrochene Nase gerichtet werden. Im Gegensatz zu Gündogan plant Klopp für das Heimspiel gegen Augsburg am 25. Januar aber mit Sahin: "Ich habe keine Sorge, dass er für das erste Spiel ausfällt." Die Blessuren von Sven Bender (Bluterguss) und Sokratis (Druckstelle an der Ferse) rundeten das Bild von einem wenig erfreulichen Trainingstag ab.

Gündogan hütete seit Sonntag, isoliert vom Team, das Bett. Neben einer Bronchitis machte dem 23 Jahre alten Schlüsselspieler kurzfristig auch noch eine Magen-Darm-Erkrankung zu schaffen. Bislang ist es für eines der größten Talente im deutschen Fußball eine Saison zum Vergessen. Gündogan hatte vor Weihnachten wieder das Mannschaftstraining aufgenommen, in Spanien aber nur vier Einheiten absolvieren können. Das Training hatte er zwar ohne größere Probleme bewältigt, ganz beschwerdefrei war er aber noch nicht.

Der Regisseur war 2011 vom 1. FC Nürnberg zur Borussia gekommen, hatte einen Vertrag bis 2015 unterschrieben und sich nach anfänglichen Schwierigkeiten zu einem der wichtigsten Spieler von Klopp entwickelt. Nach dem Double 2012 geriet er zwangläufig auch in den Fokus von Bundestrainer Joachim Löw - und offensichtlich auch zahlreicher ausländischer Spitzenclubs. Heiß gehandelt wird er vor allem als möglicher Neuzugang beim spanischen Rekordmeister Real Madrid.

Der BVB will mit dem in Gelsenkirchen aufgewachsenen Profi vorzeitig verlängern. "Noch ist wirklich alles offen", sagte der Mittelfeldspieler der "Sport Bild", stellte aber ein Ende des Rätselratens über seine sportliche Zukunft in Aussicht: "Ich werde bald eine Entscheidung treffen, die gut überlegt sein wird." Mit den Gerüchten zu Real beschäftige er sich nicht, sondern nur mit seiner "Gesundung und dem Team".

Für die WM-Endrunde im Sommer in Brasilien hegt Gündogan große Hoffnungen. "Ich habe ein gutes Gefühl. Wenn ich wieder spiele, komme ich bald auf mein Leistungsniveau und hoffe auf eine Nominierung", sagte er.